10. Obermain-Marathon 2014

10. Obermain Marathon 2014 – Halbmarathon

Staffelberg Bad Staffelstein Obermain Marathon

Starter und Staffelberg

Manche Dinge werfen bekanntlich große Schatten voraus, aber so ein Schatten hat die Eigenschaft sich dem Einfallwinkel des Lichts anzupassen. Nun habe ich wohl vorher mächtig schräg Licht gemacht, das der Obermain Marathon 2014 für mich so große Schatten voraus warf.

Mein letztes Resümee über den aktuellen Stand meiner Laufambitionen ist erst eine gute Woche her und darin habe ich nicht wirklich ein positives Bild gemalt. Für die 10er-Distanz scheint das was ich aktuell zu bieten habe zu reichen, aber reicht es auch für einen Halbmarathon?

Reicht das? … z.B. Wochenumfänge wie:

KW 06 KW 07 KW 08 KW 09 KW 10 KW 11 KW 12 KW 13 KW 14 KW 15
22,5km 30,9km 7,0km 10,3km 28,3km 30,7km 35,6km 22,0km 43,4km 31,3km

Oder reicht es, wenn der Halbmarathon selbst der längste Lauf in 2014 sein wird? Reicht es wenn der letzte Lauf über 20km am 19.01.2014 war und somit fast 3 Monate her. Oder wenn der – man merkt schon, der Witz wird immer besser – längste Lauf seitdem 13,2km lang war und gerade mal eine Woche her ist? Ich schreibe in manchen Laufforen und ich will ehrlich sein – wenn jemand mit solchen Voraussetzungen nach einem Halbmarathon fragt würde ich abraten.

10. Obermain-Marathon Bad Staffelstein

Halbmarathon Obermain Marathon 2014

Startnummernausgabe in der Adam-Riese-Halle

Für den Obermain Marathon 2014 bzw. dessen Halbmarathon habe ich mich im Zuge der Trainingsplanung für den HASPA-Marathon entschieden. Genau für den heutigen Tag hätte dort ein Test-Halbmarathon angestanden. Der Lauf ist im gut erreichbaren Umkreis und fällt nicht zu teuer aus.

Der Landschaftmarathon selbst ist ein ziemlicher Klopper. Die Strecke führt durch die wirkliche schöne Gegend. Kloster Banz, Vierzehnheiligen und den Staffelberg. Während sich die über Höhenmeter Marathonis schinden, dürfen die Halbmarathonläufer (relativ…dazu später mehr) flach rund um Bad Staffelstein kreisen.

Der Obermain Marathon fand dieses Jahr zum 10. mal statt, hat also bereits eine gute Tradition. Das merkt man der Organisation an. Schon allein die Anfahrtsbeschreibung ist erstklassig mit vielen Hinweisen auf Firmenparkplätze die benutzt werden dürfen. Im Ort selbst wird weitläufig die Startnummernausgabe ausgeschildert. Letztlich konnte ich wenige hundert Meter von der Adam-Riese-Halle (wo Umkleiden, Duschen und die Startnummernausgabe zu finden waren) parken.

Die Startnummer war schnell abgeholt, der Einmal-Chip schnell am Schuh vertäut und … tja … nur die Taschenabgabe habe ich nicht gefunden. Als ich am Start stand, habe ich einen Kleintrasporter entdeckt, in dem einige Leute beschriftete Stoffbeutel gesteckt haben. Ich habe mich entschieden das Einlaufen auf den Weg zum Auto zu verlagern und dort die Tasche unterzubringen.

10. Obermain Marathon 2014

Marathonstart

Der Weg von der Halle zum Start führt etwas durch den Ort, aber da parken, umziehen und einlaufen so schnell erledigt waren, war ich rechtzeitig zum Start des Marathons um 8:30 Uhr (uff!) schon vor Ort und konnte noch ein paar Bilder schießen.

Nachdem die gut 340 Marathonläufer das Feld geräumt haben, konnte sich das deutlich größere Halbmarathonfeld (ca. 1.200 Starter) Punkt 8:45 Uhr in Bewegung setzen.

A, B oder C … irgendwann lerne ich es schon

Halbmarathon 10. Obermain Marathon 2014

Halbmarathon Starterfeld

Während ich in Dresden noch einen C-Wettkampf avisiert aber in Wirklichkeit einen B-Wettkampf durchgezogen habe… ist es diesmal eher anders herum. Mit dem o.g. „Training“ überhaupt zu starten ist schon haarsträubend.

Dazu kommt aber noch mein jugendlicher Leichtsinn, der mich dazu getrieben hat einen Tag vor dem Lauf noch eine für mich ziemlich knackige Runde mit dem Rennrad abzureißen.

Also stehe ich unvorbereitet und ungetapert mit etwas schweren Oberschenkeln um 8 Uhr 44 an einem Sonntag in Bad Staffelstein – stehe vor dem längsten Lauf des Jahres und will dabei auch noch schnell sein. Der o.g. jugendliche Leichtsinn hat mich behaupten lassen, dass die PB sogar in Gefahr sein könnte. Um das zu realisieren reicht eine 5:10er Pace – die ich ziemlich genau anpeile. Der Schuß fällt und ich laufe mit den restlichen 1200 Läufern durch die Stadt.

Gerade am Anfang laufe ich oft zu schnell, also kontrolliere ich brav meine Pace und laufe dennoch zu schnell. Bis Kilometer 8 liege ich unter 5:10 und bei 9 erstmals richtig darüber. Grund ist eine Autobahnbrücke, die es zu überqueren gilt.

Die gesamte Strecke besteht aus ziemlich vielen Geraden – und ja, wir haben April und im April kann es durchaus auch etwas windig sein. Der Wind weht nicht stark, aber spürbar. Dazu die Geraden. Auch wenn die Veranstalter den Lauf flach nennen, letztlich geht es doch öfter mal auf langezogenen Geraden bergauf. Den höchsten Punkt erreiche ich bei der zweiten Querung der Autobahn wieder an einer Brücke. Bis hierhin hatte ich mich in einer 4er Gruppe eingenistet, nachdem ich vorher auf einer windigen Geraden eine Lücke von gut 200 Meter schließen musste (und wollte … wegen dem Wind). Danach ging es locker bergab … also erst mal mit der Strecke, aber auch mit mir, denn die Nike Flyknit Lunar+1 haben mir schon zum zweiten mal eine Blase an der rechten Achilles-Sehne beschert.

Das Wetter war heute wirklich göttlich, dort wo es windstill ist, wird es richtig warm und das machte es mir auch etwas das Leben schwer, allerdings erreiche ich gleichzeitig Terra-Incognita. Am Ende der Abwärtspassage stehen gut 15km auf der Uhr. Noch 6 zu laufen, nichts besonderes wenn ich vielleicht mal etwas mehr laufen würde. Ich habe zwei Läufer eines Vereins mit rotem Dress im Visier um den Anschluss nicht zu verlieren. Alles geht gut, bis ich bei Kilometer 16 tatsächlich an der Verpflegungsstelle zu einem Wasser greife. Obwohl ich kurz langsam laufe, schlägt mir das Wasser auf den Magen.

Anlaufen und wieder mitziehen geht klar, das rote Double ist weiterhin in Sichtweite bis ich bei Kilometer 17 an einer leichten Steigung neben der Eisenbahnstrecke anfange zu halluzinieren. Ich lese das Kilometerschild des Marathon (38) und freue mich wie ein Schnitzel, dass ich nur noch gut 3km durchhalten muss … die Halluzination endet abrupt, als jemand da ein KM 18 Schild weiter hinten aufgestellt hat.

Wer nicht trainiert muss eben leiden – und tatsächlich … ich leide. Ich muss kurz eine Gehpause einlegen, damit der Mageninhalt dort bleibt wo er hingehört. Die roten Läufer sind weg und ich hänge mich an einen anderen. Die letzten Kilometer ziehen sich, ich merke mit jedem Schritt jeden nicht gelaufenen Kilometer der letzten Wochen. Tempoverschärfung unmöglich, stattdessen muss ich hin und wieder auf die Bremse treten.

Noch durch den Kurpark und eine 3/4-Stadionrunde stehen an. Aber trotz vieler Zuschauer kann ich nicht mehr anziehen. Ich werde von 3-4 Leuten überlaufen und bin froh im Ziel zu sein.

Obermain Marathon 2014

Im Ziel

Ab in die Wiese – umfallen – hinlegen – und warten bis die Welt aufgehört hat sich zu drehen …

Und die Moral von der Geschicht‘?

Obermain Marathon Halbmarathon 2014

Feierabend

Ich habe den Halbmarathon zum 10. Obermain Marathon 2014 gefinisht und mich nicht blamiert, so viel kann ich schon mal sagen. Mit der Zielzeit von 1:51:37 habe ich das Ergebnis des Stadtlauf Nürnberg verpasst und somit die Bestzeit, wobei alles andere schon nicht mehr erklärbar gewesen wäre.

Die verbesserten 10K-Zeiten kommen ja nicht von ungefähr – und von dieser Basis aus ist die Leistung heute erst möglich geworden. Am Tag vorher 62km knackig geradelt, heute 21,1km knackig gelaufen. Damit bin ich zufrieden. Ach ja … und mit der Entscheidung den Marathon zu knicken bin ich heute auch zufrieden… denn diese Qual würde sich am 4. Mai in Hamburg nur vervielfachen.

In der Platzierung habe ich diesmal nicht geschafft meine 50+x% Platzierung zu erreichen, weder Gesamt noch in der M30. Das kratzt tatsächlich etwas an meinem Ego, aber was solls … die Platzierung hängt eben mit der Leistung zusammen und auf den 21km bin ich aktuell nicht besser als die Hälfte. So einfach ist es.

Als nächstes sportliches Highlight steht eine RTF an und am 24.05. geht es wieder auf die kurze Strecke. Es ist also noch genügend Zeit bis Ende Juni die fehlenden Wochenkilometer aufzubauen und die dafür notwendigen längeren Läufe wieder ins Programm zu nehmen.

Die Bestzeit wird diese Saison fallen! Nicht jetzt… sondern eben später.

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4 Comments

  1. Hey Daniel,
    Ich finde trotzdem das du eine gute Zeit gelaufen bist für das was du die letzte Zeit für den HM „trainiert“

  2. Hey Daniel,
    Ich finde trotzdem das du eine gute Zeit gelaufen bist für das was du die letzte Zeit für den HM „trainiert“

  3. Irgendwie hat es nicht alles übertragen. Also hier nochmal ein Versuch:
    Hey Daniel,
    Ich finde trotzdem das du eine gute Zeit gelaufen bist für das was du die letzte Zeit für den HM „trainiert“ hast.
    Habe mir deine Rundenzeiten mal angeschaut –> also bis Km 15 schaut es doch gut aus. Und der Einbruch nach hinten raus denke ich das du selbst weist das es deiner Anzahl der langen Läufe geschultet ist. Aber nichts desto trotz kannst du mit der „Vorbereitung“ doch recht zufrieden mit der Zeit sein, oder?
    Ich selbst musste leider bei Km 15 raus. Mir wurde am Freitag ein Zahn gezogen und ich lief schon mit leichten Schmerzen los die dann immer schlimmer wurden. Bis zum Ausstieg hatte ich eine Pace von
    @5:08 die ich denke ich bis ins Ziel gebracht hatte. So verbuche ich es eben als TDL und greife die PB im HM am 11.05. in Schweinfurt an. Hab da einen Laufkumpel der mir den Hasen für 1:45 geben wird.
    Schade das wir uns nicht über den Weg gelaufen sind. Naja nächste Chance in Bayreuth beim Maisel Run wo ich aber den HM laufen werde.
    Gruß Alex

    • Hi Alex,

      ich hab schon nach der Startnummer Ausschau gehalten und auch in der Ergebnisliste gesucht, aber Dich nicht gefunden. Nun aber klar – dann auf jeden Fall erst mal gute Besserung und viel Erfolg am 11.05.

      Für den Funrun bin ich noch gar nicht gemeldet, aber werde (direkt vor Ort) natürlich starten. Hatte kurz überlegt den HM zu laufen, allerdings finde ich als ortsansässiger die Strecke nicht so prickelnd die zweimal zu laufen, da hat ein HM mit großer Runde eindeutig Vorteile.

      Viele Grüße
      Daniel

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