Ausdauersportler leben länger!

Es kann nur einen geben! Wer kennt ihn noch, den Highlander? Der unsterbliche Schotte mit dem Schwert. Who want’s to live forever sang Queen dazu auf dem Soundtrack. Eine berechtigte Frage, die – ernsthaft bedacht – kaum einer freiwillig mit „ich“ beantwortet. Ewig zu leben hat doch den ein oder anderen Nachteil.

Aber ein wenig länger darf es schon sein, nicht wahr? Die ständige Verjüngungstendenzen unserer Gesellschaft machen deutlich, dass alt sein (und werden) out ist. Studien zeigen auf wie viele Jahre es kostet wenn man ein Steak ist, wie viel früher man abkratzt wenn man zu wenig schläft oder wie viele Tage man gewinnt wenn man beispielsweise Ausdauersport betreibt.

Irgendwo habe ich gelesen, dass der durchschnittliche Läufer zwar ca. 5,5 Jahre mehr lebt, davon aber 1,5-Jahre nur läuft. Für Nicht-Läufer wohl eine grausame Vorstellung, weswegen man diesen Fakt gesondert hervorhebt. Für mich ein Traum. Man verlängert sein Leben um das was man gerne tut. Win-Win-Situation würde ich sagen. Wenn es nach mir ginge würde ich auch die (wenn’s denn stimmt) zusätzlich 5,5 Jahre „verlaufen“.

Das wären im lockeren Tempo immerhin gut 47.500 Kilometer – in Wirklichkeit würde ich dafür aber nicht 5,5 sondern eher 22 Jahre brauchen. Ein Umstand, der unter anderem damit zusammenhängt, dass man neben Nahrungsaufnahme und Schlafen noch den ein oder anderen Sozialkontakt pflegt und für den Lebensunterhalt arbeiten muss.

Nun streiten sich Eulen und Lerchen seit jeher, was denn nun der beste Zeitpunkt sei um Sport zu treiben. Üblicherweise sind wir Hobby-Athleten darauf angewiesen, unseren Sport an den Randbereichen des Tages auszuführen.

Gerade im Sommer bietet das einen unglaublichen Vorteil, immerhin ist es schon sehr früh hell – zudem ist es meist Morgens zwischen 4:00 und 5:00 Uhr noch angenehm temperiert, vor allem dann, wenn tagsüber 35°C angesagt sind.

Das treibt immer wieder Läufer und Radfahrer früh Morgens aus den Federn und auf die Trainingsstrecken. Gerade in den letzten Wochen überbieten sich in meiner Twitter-Timeline die Frühaufsteher.

Selbst ich – notorischer Frühsportverplemperer (also früh aufstehen, dann aber nicht loskommen) – stand in letzter Zeit um 4 Uhr auf um dann meine Runden zu drehen.

Aber was hat der Titel denn jetzt mit Frühsport zu tun? Nun Läufer leben vielleicht sogar objektiv länger. Die Studien dazu sind ziemlich verzerrt und behaupten teilweise ja sogar, dass exzessives Jogging (whatever?!?) schädlich sein.

Wenn man das ganze nun aber mit der subjektiven Brille betrachtet gewinnt man auf jeden Fall. Nämlich konkrete Zeit. Steht der Läufer nun um 4:00 Uhr statt um 7:30 Uhr  auf verbleiben im brutto schon mal 2,5h mehr Zeit, denn wirklich früher ins Bett geht man selten. Zieht man davon ca. 30-45 Minuten Powernapping ab, das einem am Nachmittag gerne mal übermannt bleiben immer noch ca. 1h und 45 Min. mehr an aktiver Lebenszeit.

Darüber hinaus gewinnen viele Ausdauersportler natürlich auch weitere aktive Lebenszeit im Tausch gegen passive. Kaum einer den ich kenne, der nicht als erstes auf TV-Konsum verzichtet oder diesen einschränkt. Dazu kommt – durch das regelmässig frühe aufstehen an Wochenenden – dass die Montage lockerer starten können.

Es soll jetzt nicht unerwähnt bleiben, dass über das Jahr verteilt auch einige Stunden dafür draufgehen neue Routen zu planen, neue Klamotten zu kaufen, ein weiteres Rad anzuschaffen oder Blog/Facebook/Twitter-Beiträge zu schreiben… aber im großen und ganzen bietet der Sport die Möglichkeit ein bisschen mehr aus dem Alltag zu holen.

In diesem Sinne, auch in den nächsten Wochen weiterhin viel Spaß beim #earlywormdings und bei der Suche nach mehr Zeit.

Wenn Ihr noch Tipps habt wie man inaktive und aktive Zeit verwandelt nur zu? Was ist euer Zeit-Geheimrezept?

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12 Comments

  1. Sehr schöne Zusammenfassung, etwas hast Du aber vergessen, wieviel früher stirbt man denn bei zu wenig Schlaf? Wenn man z.B. nur 5-6 Stunden schläft, hoffentlich sind das dann keine 6 Jahre…Aber auch wenn es so ist, ich werde trotzdem weiter früh laufen und auch mal auf Schlaf verzichten ;-)

    • Das ist wohl die große Gefahr. Es wäre interessant herauszufinden, ob man wirklich kontinuierlich weniger schläft.
      Zu Zeiten wenn ich früh unterwegs bin, bin ich eigentlich Abend selten produktiv weniger lange auf. Viel mehr fallen die „Ach ich guck jetzt doch noch 1 Serie an“ Verzögerungen weg, die mich dann auch wieder schlaf kosten.

      Wobei ich sagen muss, ich komme an vielen Tagen der Woche mit 6h Schlaf aus – hole den dann mit 2-3 Powernapping-Einheiten über die Woche verteilt wieder rein.

  2. Chapeau!
    Du triffst den Nagel auf den Kopf!
    Was bringt uns das? Mehr Lebensqualität. Dürfen andere anders empfinden, laufen gehen zu dürfen und zu können ist für mich ein Gewinn, hinzu kommt ein gesteigertes Wohlgefühl.
    Warum machen wir das? Weils es schlicht Spass macht und, siehe oben, weil es gut tut, sich gut anfühlt.
    Mein Geheimtipp: Nicht denken, machen. Nicht drüber nachdenken, ob man gerade Lust hat, oder wie es draussen ist. Den Kopf überrumpeln und raus. Bei allem Gehadere vorher, hinterher ist man immer froh, die Couch oder das Bett gegen die Bewegung getauscht zu haben.

    • Das ist eigentlich der beste Tipp – auch wenn es (da bin ich ehrlich) schon die hohe Schule ist. Der Kopf weiß meistens, dass am Ende einer Laufeinheit alles OK ist, aber unterbewusst windet sich manches. Wichtig ist vllt. nur, dass man bei Unlust-Läufen keinen zusätzlich Druck aufbaut.
      „Junk-Miles“ gibt es bei uns Normalos eigentlich selten, also kann man auch mal ohne Ziel einfach nur laufen und hinterher glücklich und zufrieden sein.

  3. Unterschreibe ich gerne so :). Mittlerweile habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich auch nicht mehr um 20:15 Uhr ins Bett gehe. Das war vorher der Fall. Da begann der Tag früher, aber er wara uch deutlich früher wieder rum…

    • Letztlich ist vieles Gewöhnungssache, wobei man doch nen Ausgleich braucht. Ich nutze meistens meine Dienstreisen um etwas früher ins Bett und später raus zu kommen :-))

  4. Um 4 Uhr aufstehen? Never ever. Ich glaub es hackt!

    Ich kann mich auch nicht an eine einzige Frühsporteinheit erinnern, die mir Spaß gemacht hat.

    Oder doch – im Urlaub bei Sonnenaufgang am Strand laufen. Da war’s aber auch schon gegen 8 Uhr.

    • Probiers doch mal aus – bald ist es eh vorbei, dann rennt man zu der Zeit noch 2h im dunkeln rum.
      Zudem ist man auf dem Rückweg der erste beim Bäcker, spart sich Hundeleinen-Slalom und ähnliche Ärgernisse ;-)

  5. Ich sehe das wie Martin, mir bringt Frühsport nichts, aber auch absolut überhaupt nichts. Wenn ich vor der Arbeit laufe, dann schaffe ich lediglich Einheiten im Rekom-Bereich (wobei das dann ja kein Rekom mehr ist weil ich mich aus dem Bett quälen muss und das ja somit wieder eine Belastung darstellt) und die sind dann auch maximal 5 km lang weil mir sonst die Zeit fehlt ordentlich auszuschwitzen und zu duschen bevor ich zur Arbeit / Kunden muss.
    Powernappings gibt es unter der Woche nicht, unmöglich. Da bin ich arbeiten, da kann ich nicht pennen.
    Wenn ich unter der Woche so früh aufstehe, dann bin ich spätestens nach 3 Tagen dermaßen platt dass abends nix mehr mit mir anzufangen ist. Geht natürlich nicht mit Frau und Kindern.
    So bleibt mir nur der Lauf am Abend, der kann dann lustigerweise auch mal erst um 21:30 starten. So bleibt mir effektiv wahrscheinlich sogar noch weniger Schlaf als wenn ich morgens früh aufstehen würde :)

    • Ich gebe es ja zu – ich bin eindeutig kein notorischer Frühsportler. Die meisten Laufeinheiten stehen Abends an.
      Im Sommer bietet sich das aber einfach an.

      Für mich ist das Gewöhnungssache. Noch im Mai fiel mir das ziemlich schwer – jetzt ist alles locker und ab September geht dann wieder nichts. Mein einziger Vorteil ist eigentlich, dass ich durch die Reiserei generell recht flexibel aufstehe.

      Mein Problem bei den Abendeinheiten ist eigentlich eher, dass ich – einmal auf der Couch gelandet – kaum noch hochkomme. Ich kann nur laufen/sporteln wenn ich nach dem Familienprogramm direkt weiter mache. Sobald da eine Pause ist, ist die Luft raus. Warum mich das im Winter weniger stört als im Sommer … habe ich aber selbst noch nicht herausgefunden ;-)

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