Das Imperium schnauft zurück

Der Schnaufcast wird 1 und feiert mit der 20. Folge quasi Geburtstag – und ich bin mal wieder mittendrin. Denn schon vor 10 Monaten, hatte ich die große Ehre der erste Schnäufling zu werden und zusammen mit Flo auf den Doskana-Trails vor meiner Haustür zu schnaufen und zu laufen. Damals frisch nach der OP und total am Ende.

Diesmal – in Folge 20 – war Flo besser und ich deutlich schlechter vorbereitet. Dafür sind wir beide leichter und fitter und tänzelten mal eben so 34km über Trails und Laufstrecken inklusive EB (entweder fränkisch für „erregierder Benis“ oder im Ausdauersprech „Endbeschleunigung“).

Aber besser eines nach dem anderen. Wie stolpere ich also wieder mal in den Schnaufcast? Seit Folge 4 und meinen Hometrails stand die Einladung nach Bamberg offen und wie es so ist, man meint immer irgendwas besseres zu tun zu haben. Vor kurzem wurde mir aber klar, nein … man hat selten was besseres zu tun, als mit einem bekloppten über Trails zu laufen und dabei unter den Augen von Hundeausführern und anderen Passanten in ein Lavalier-Mikrofon zu sprechen (Kudos dafür, dass ich mal wieder was neues gelernt habe).

Nach einem gescheiterten Versuch gemeinsam zu laufen – vereitelt durch meine Gesundheit, stand also erneut ein Termin fest. Zum vereinbarten Zeitpunkt stand ich bei Flo und mit dem Ziel 35km zu laufen trabten wir los.

Der Vollständigkeit halber gebe ich hier auch nochmals zu Protokoll, das ich mich seit ca. 3 Wochen im ZUT Trainingsplan befinde, Endbeschleunigung seit Greif nicht mehr gelaufen bin und überhaupt seit dem FFM-Marathon keine 35km mehr gelaufen bin!

Aber was solls, eine Woche vorher stieg ich mit Andre Treppen – hab ich auch noch nie gemacht – und dieses Jahr … ach lassen wir das.

Nach einem kurzen einrollen mit dem Tagesmotto „Du, wir sind zu schnell!“ landeten wir im Wald um die ersten Trails entlangzuhuschen und uns in Schnaufcast-Laune zu begeben.

Während Flo seine Shownotes fein säuberlich vorbereitet hat, kam ich gestresst aus dem Homeoffice, habe bis kurz vorher telefoniert und hatte Null Plan was ich so von mir geben soll. Zum Glück höre ich mich ja auch gerne selbst reden, das und die coole Strecke hat zügig für den Flow gesorgt.

Nicht zu vergessen natürlich der LE-GEN-DÄRE Sexparkplatztrail, den jeder geneigte Hörer des Schnaufcast seit langer Zeit kennt. Ich kann hier und heute bestätigten, dieses ominöse Mischung aus Perversität und Trailrunning existiert wirklich. Vielleicht gibt es da draußen nochmals irgendwo diese perfekte Mischung aus Kondomen und Singletrails, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es anderswo so idyllisch ist.

An dieser Stelle natürlich auch der Einstieg in die bekloppte Welt des Schnaufcast, der euch auf ca. 1h Reise durch alle möglichen Belanglosigkeiten mittelalter nicht mehr so dicker Männer mitnimmt.

Hör‘ mich, ich bin ein Schnaufcast

Während man so einen Podcast aufnimmt, kommt man auf jeden Fall gut voran, läuft nicht so schnell oder geht auch mal ein Stück, worüber ich auch nicht sonderlich traurig war.

Die Strecke war wirklich super – dort wo ich es mitbekommen habe. Auf dem Hinweg coole Singletrails bis zu einem ominösen Überführungsstück auf Asphalt (bereits Off-Podcast). So langsam näherten wir uns dem Peak, bis dahin hatten wir gut 200 Höhenmeter gesammelt um dann die letzten 250 Höhenmeter bergauf zu gehen.

Sicher ein witziger Anblick wenn zwei Typen auf ihre Oberschenkel gestützt einen Berg hochgehen. Entweder handelt es sich um Rentner oder eben Trailrunner.

Oben angekommen gönnten wir uns eine kurze Pause für Getränk und ein Snickers. Zudem habe ich meine wunderbare Anziehungskraft gegenüber dornenbewehrten Pflanzen getestet und mich beim pinkeln in die EINZIGE verdammte Heckenrose gestellt im Umkreis von 450km. Als Trophäe hab ich immerhin das Teaserfoto für den Blog mit nach Hause bekommen.

Bei KM 19 also die Wende, Downhill und der Lauf zurück. Laune war prächtig, eine leicht blutende Wunde am Bein und ein Snickers im Bauch. Besser geht es nicht. Hinter Flo dem Downhillschwein ging es erstmal bergab zum warm werden und dann erstmal auf Asphalt zum noch wärmer werden um dann auf der geraden 800m langen Asphaltstrecke Walker laufen zu sehen. In unserer absoluten Selbstüberschätzung meinten wir sie gleich zu überholen… ja denkste. Da glaubt man, man ist schnell und dann ist das.

Die 15km zogen sich dann doch etwas, zum Glück gab es 2-3 Stellen an denen es sich gelohnt hat zu gehen und immerhin mussten die 400 Höhenmeter auch auf dem Rückweg wieder nach unten. Aber trotz der Hilfe der Schwerkraft war es nicht ganz ohne, aber um so cooler als die Uhren bei 34km zufrieden piepten und dieses transzendale und grandiose Ereignis mit einem kühlen Spezi und im Auto mit höchst gesunder Ernährung sein Ende fand!

An dieser Stelle nochmals allerherzlichsten Dank lieber Flo für die tolle Tour, die kurzweilige Unterhaltung und den Anreiz, so einen bekloppten Irrsinn ausserhalb des Trainingsplans in der Erholungswoche durchzuziehen. Es war mir eine Ehre, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch schon den Südthürigen Trail gegoogelt. Alles wie immer!

 

 

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2 Comments

  1. Du bist und bleibst einfach einer meiner liebsten Laufpartner. Wir haben ein ähnliches Tempo und einen ähnlichen Humor! Es war ein riesen Spaß und ich fiebere schon dem Rund um Bayreuth entgegen!

  2. Pingback: Lieblingsblogs Folge 61 - Coffee & Chainrings

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