Metropolmarathon, Fürth, Twitterlauftreff, Prosecco, Zielverpflegung

drei – doppelt – Zehn

Kryptischer Titel, nicht wahr? Dahinter steckt #allebekloppt – nichts anderes. Allebekloppt in seiner reinsten Form, wie man es nur in der freien Natur vorfindet.

Die beklopptesten Ideen reifen im Hirn des Ausdauersportlers unbemerkt heran und bahnen sich in unbeobachteten Augenblicken ihren Weg. Die Idee beispielsweise zum  ZUT mit dem Fahrrad anzureisen – die letztes Jahr aus Spaß geboren wurde, ist im Hirn abgespeichert. Vielleicht mache ich das irgendwann mal.

Im Rausch

Im Nachwettkampf Rausch am Samstag reifte plötzlich eine Idee. Wenn ich vor einer Woche einen 10er laufen konnte und wenn ich am Samstag einen 10er laufen kann, warum nicht auch noch am Tag drauf noch einen laufen? An diesem – für manche Menschen – vielleicht nicht so einfach nachzuvollziehenden Gedankengang kann man ablesen, dass ich keine wirklichen Beschwerden nach dem Lauf hatte.

Kurz bei Twitter reingetippt und von Jörg, der in Fürth beim Metropolmarathon gerade vor Ort war, eine Rückmeldung bekommen. Ein Telefonat und eine Nachricht später war ich per Ferndiagnose nachgemeldet. So leicht geht das im #Twitterlauftreff Land. Beim 10er des Metropolmarathon bin ich bisher noch nicht gestartet, aber die Veranstaltung habe ich in guter Erinnerung und die Familie war auch von der Idee begeistert (da sieht man’s wieder – #allebekloppt ist ansteckend).

Also wäre schon mal die erste Zahl des Titels erklärt. Drei 10er innerhalb von 10 Tagen. Zudem sollte die Belastung „back-to-back“ (wie man so schön im neuen Trainingssprech sagt) – also doppelt sein.

Blackrollfolter from Hell

Eigentlich wenig überraschend war aber, dass das Nachspiel des Mainauenlaufs nicht ganz so lange auf sich warten lies. Als wir Nachmittags wieder Zuhause waren, machten meine Oberschenkelvorderseiten absolut dicht und die Adduktoren stimmten mit ein. Schmerzen beim gehen – nichts unbekanntes, aber plötzlich ganz unangebracht.

Abends gab es das volle Verwöhnprogramm. Mit aufgeschlagenen Leopardenbuch arbeitete ich mich mit Marathon-Stick, Blackroll und allem was mein Fitness-Zimmer so hergibt, durch die Problembereiche. Aus Jugendschutzgründen verzichte ich auf eine verbale Beschreibung meiner Gedankenwelt. Nur soviel … es war die Hölle!

Im Nachgang spendierte ich mir noch eine Runde Runners Yoga als Stretching und siehe da … die Beschwerden waren Großteils verschwunden. An und für sich auch ein gutes Zeichen, denn es handelt sich dann nicht um akute Verletzungen.

Also ab in die Kiste und Morgens früh raus. Das Geläuf fühlte sich eigentlich nur noch ermüdet an, darf es aber auch. Die Schmerzen waren weg.

Metropolmarathon Fürth – diesmal „nur“ 10

Durch meine Teilnahme in Fürth 2013 und 2014 hatte ich umfangreiche Kenntnis über Anfahrt, Parkmöglichkeiten und der Gleichen. Durch den recht frühen Start um 9:00 Uhr des 10km Volkslaufs war das von Vorteil, denn ich musste mich ja noch mit Jörg treffen um die Startnummer in Empfang nehmen zu können.

Startaufstellung, Twitterlauftreff, Tweet up, Laufen, Twitter, Fürth, 10K, HalbmarathonEtwa 10 Minuten vor Start war das nach Verwirrung meinerseits und einem kurzen Warmlaufsprint auch schnell erledigt. Das obligatorische #Twitterlauftreff Bild, kurzer Smalltalk und schon musste ich in die Startaufstellung, denn der Rest lief über die mir wohl bekannte Halbmarathon-Distanz.

Etwas unbedacht war, dass hier zum einen ziemlich viele Leute schon standen und das die meisten hier Volkslauf recht wörtlich nahmen. Ich stand bei 10ern schon im hinteren Drittel und lief deutlich unter 45 Minuten ohne recht viele zu überholen. Diesmal sollte es anders sein.

Während die meisten schon direkt nach dem Startschuß lostrabten erkannte man den versierten Läufer am stoischen stehenbleiben. Nachdem ich aber so langsam über die Startlinie geschoben wurde bewegte ich mich im Schneckentempo voran.

Zum ersten mal in meinem Läuferleben wurde ich von einem herzallerliebsten Zeitgenossen im hinteren Bereich eines Volkslauf-Zehners übrigens angepöbelt und geschubst, weil ich vor seinen Füßen rumlief. An der Stelle kleiner Hinweis an den guten Mann – am besten Zuhause bleiben.

Anstatt mich zu ärgern versuchte ich mir endlich Luft zu machen und nutze die langsam breiter werdende Strecke um auf Tempo zu kommen und in den Überholmodus zu schalten. Bis Kilometer 3 konnte ich so ziemlich viele Plätze gut machen und kontrolliert laufen. Die Beine gingen erstaunlich gut, der Puls blieb wo er soll und das Gefühl war OK.

Wer in Fürth läuft (egal welche Distanz) muss übrigens weder verhungern noch verdursten. Auf dem 10er ist es so schlimm, dass man sich mehrfach gegen Überversorgung mit Cola, Bananen (nach 2,5km!!!) & Co. wehren muss.

Nach ca. 4km signalisierte das Geläuf so langsam, dass nicht mehr mit Geschwindigkeitszuwachs zu rechnen ist. Ich lies zwei, drei Läufer ziehen und verfolgte mein inneres Ziel zum zweiten mal unter 50 Minuten zu laufen. Den Blick auf die Uhr habe ich nur bei KM 7 gewagt um grob hochzurechnen wo ich liege. Mit genügend Luft auf die 49:xx war das ein gutes Signal an den Kopf. Auch diesmal wollte ich wieder möglichst konstant und mit Druck laufen, die Müdigkeit in den Beinen forderte aber Tribut. Dennoch war ich sicher, dass ich 47 Minuten erreichen konnte.

Die letzten beiden Kilometer waren dabei schon grenzwertig, keine Krämpfe oder ähnliches aber es fehlte das letzten Quäntchen Power um nochmals zuzulegen. Aus diesem Grund muss ich auch das Foto, dass meine Frau gemacht hat an dieser Stelle vorenthalten. Es sieht nämlich aus, als würde ich stehen.

imageIm Ziel aber dann doch die Überraschung. 46:37 ist ein respektables Ergebnis und tatsächlich noch etwas schneller als am Vortag. Der Volkslaufcharakter hat da gesiegt, denn als 75. Mann und als 15. in der AK35 hab ich mein Mindestziel (erste Hälfte) als auch mein Hauptziel (erstes Drittel) voll erfüllt.

imageHinterher gibt es in Fürth auch mächtig viel Verfpflegung. Diesmal kam ich ja als 10er Läufer noch früher rein als bei den HM. Also hätte ich mich gut bedienen können, wenn ich denn nach dem Gerenne noch Appetit gehabt hätte. Das ist das große Problem an dem Tempo.

Neben Kuchen (siehe Foto … und es gab MASSEN), Obst, Krackern, Cola usw. usw. gibt es nichts, was es nicht gibt. Fürth ist auch weiterhin der einzige Lauf den ich kenne, bei dem im Ziel Prosecco ausgeschenkt wird.

Auch das Drumherum der Veranstaltung ist nett, auf der Fürther Freiheit ist auch hinterher noch etwas geboten und durch die gestaffelten Starts und die Marathonis die nach der Halbmarathon- noch 2x die etwas variierte 10km Runde laufen ist auch stets etwas los.

Das größte Geschenk für mich war aber die Tatsache, dass der Bewegungsaparat richtig gut mitgemacht hat. Letztlich hatte ich weniger Probleme als am Vortag, was ich sehr beruhigt hat. Die Frage bleibt nur, ob es daran lag dass ich zweimal hintereinander gelaufen bin oder dass ich in Fürth die Einlagen weggelassen habe.

Letztlich war das nun die Initalzündung für die nächsten Schritte. Die Laufanalyse, die ich zum Geburtstag bekommen habe kann ich nun sicher absolvieren, danach geht es an die Behebung der Problempunkte. Einer davon hat sicher auch mit den Oberschenkelproblemen rechts zu tun.

Des weiteren werde ich nun versuchen die Umfänge der einzelnen Läufe wieder auszudehnen, der erste Zwischenstopp wird 12km im Training sein – bis Mitte Juli wäre es toll wenn ich 22-24km Longjog hinbekäme. Das ist zwar schon fast zu stark gesteigert, aber zwei Wettkampfbelastungen an zwei Tagen sind auch etwas anderes als zwei mal 10km aus dem Training.

Generell bin ich wieder zuversichtlich in Berlin laufen zu können – egal was. Dennoch gilt dieses Jahr ganz klar, der Fokus ist das Rad und Laufen ist die Sahnehaube mit Kirsche. Also, wenn ich kein Marathontraining packe, gibt es keinen Marathon.

Bis dahin bin ich aber weiterhin einfach nur zufrieden – das ist deutlich mehr Wert als gelaufene 42,195 km.

aller guten Dinge sind drei

aller guten Dinge sind drei

Also denn, drei 10er in 10 Tagen, davon zwei quasi doppelt. Ein Zehner bei der 10. Austragung eines Laufs bei dem ich das Dritte mal dabei war. Das war jetzt aber genug Zahlenmystik.

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3 Comments

    • Ich arbeite gerade dran, dass ich nicht zu übermütig werde – dabei spielt mir in die Hände, dass ich aktuell null-komma-null Bock auf Lauftraining habe, sondern nur zum Spaß laufe. So lange das anhält hoffe ich, dass die Ampel grün bleibt :-)

  1. Ischja cool. Was soll ich als gebürtiger Franke zu deinem Lob des Fürther Laufes sagen? Die Frangn hams druff? ;-)
    Ich werde mich nunmehr mit dem abgespeicherten Bild der Kuchentheke gen Bett begeben, das garantiert angenehme Träume nebst Hungerast…

    Ciao,
    Harald

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