Saisonrückblick 2014

Hochs & Tiefs – Saisonrückblick 2014

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich noch keine Saison. Saison kannte ich nur aus meinen Ernährungsgewohnheiten. Eisdielen-Saison im Sommer, Lebkuchen-Saison im Winter. Vielleicht noch ein bisschen Freibad-Saison aber das war es auch schon. In der Zwischenzeit ist „die Saison“ ein feststehender Begriff der sämtliche Familienmitglieder ehrfürchtig aufhorchen lässt. Wettkampfsaison heisst, irgendwo am Wochenende unterwegs zu sein und Off-Season bedeutet, dass ständig die Süßigkeitenvorräte im Haus leer sind.

So kam es also nun wieder mal schneller als man glauben konnte, dass meine zweite komplette Sportsaison zu Ende geht. Meine zweite Lauf-Saison und gleichzeitig die erste Rennrad-Saison ist Geschichte. In Romanen macht man das ja nicht, aber ich verrate eines gleich vorneweg – ich bin sehr zufrieden.

Saison 2014 – gestartet mit Bruchlandung

Na so wirklich gut gestartet in diese Saison bin ich nicht, zwar habe ich schlau daher geredet bzw. geschrieben, mich allerdings mal wieder selbst nicht an meinen eigenen Rat gehalten. Anstatt eine Pause zu machen und etwas runter zu fahren, hab ich – das Marathon-Training – einfach den Umfang gesteigert mit dem Ergebnis, dass das Knie streikte.

In jedem Scheitern liegt allerdings wiederum eine Chance. Immerhin verordnete mir mein Arzt kurze Läufe, die ich – um das Knie zu entlasten – als Bergaufintervalle durchgezogen habe. Letztlich eine der besten Entscheidungen für dieses Laufjahr. Gleichzeitig suchte ich nach einer Alternativsportart – weswegen ich mir schnell noch zu Weihnachten ein Rennrad schenkte. Beides ziemlich gute Entscheidungen.

Immerhin ging die Saison dann richtig gut los, bei der OWC-Winterlaufserie knallte ich eine ziemlich knackige Bestzeitverbesserung über 10K in den Schnee. Da war die Welt noch in Ordnung.

Tops und Flops

Datum Veranstaltung Distanz Zeit
26.01.2014 1. OWC Lauf 10km 47:37
23.03.2014 Citylauf Dresden 10km 46:59
13.04.2014 Obermain Marathon 21,1km 1:51:37
25.05.2014 Maisels Fun Run 21,1km 1:46:58
08.06.2014 Sophienberglauf 14km 1:12:37
29.06.2014 Metropolmarathon Fürth 2014 21,1km 1:47:19
06.07.2014 Altmühltrail 2014 22,0km 2:05:30
26.07.2014 Night-Run Weiden 10,0km 44:47
27.09.2014 Maintal-Trail 28,0km 2:55
04.10.2014 Park&See Lauf 10,0km 44:21
19.10.2014 Dresden Marathon 21,1km 1:38:27

Das läuferische Highlight des Jahres ist wohl selbsterklärend, was sollte es sonst sein, als das Halbmarathon-Fest in Dresden. Darüber hinaus war der Maintal-Trail natürlich sehr schön und herausfordernd. Die Flops sind fast eben so leicht zu identifizieren, die beiden HM beim Obermain-Marathon (absolut ohne Vorbereitung) und zum Metropolmarathon (nach 10km schon das Pulver verschossen). Letztlich waren aber die HM-Erfahrungen auch wichtig für eine Entscheidung die viel verändert hat.

Mit dem Rad war ich natürlich auch unterwegs, aber egal was – es war alles toll. Zudem hege ich da (noch?) keine Ambitionen, also einfach freuen und gut.

Zweigeteilt

Obwohl ich in der ersten Jahreshälfte durchaus einiges erreicht habe, ist die Saison für mich zweigeteilt. Wichtiger Grund dafür, ist der Jahresanfang. Mit neuem Aufgabenfeld im Job und in ein knallhartes Projekt gesteckt war es nur eine Frage der Zeit, bis ich krank wurde. Der Februar war quasi ausgefallen und damit auch die Marathonambitionen. Letztlich fuhr ich im ersten Halbjahr 2014 fast schon mehr mit dem Rad als ich in Laufschuhen unterwegs war. Geschadet hat es wohl nicht, denn aus heiterem Himmel konnte ich beim Heim-Halbmarathon eine Bestzeit laufen.

Nach langem überlegen und großer Unzufriedenheit bezüglich meiner Leistungsentwicklung bin ich so immerhin zu meinem Trainingsplan gekommen, seit gut 4 Monaten blieb ich dabei und fühle mich gut. 10er Zeit zweimal gekappt und eben Dresden. Aber auch die Leistung beim Maintal-Trail (für den ich gar nicht spezifisch trainiert habe) ist ein Ergebnis dessen. Der heiße Herbst war die richtige Entscheidung. Knackige Ziele – eigentlich gar nicht sinnvoll, aber herausfordernd.

Saisonvorsätze – gleiches Spiel wie Silvester?

Letztes Jahr habe ich mir für diese Saison einiges auf die Fahnen geschrieben. Was ist daraus geworden?

  • Der Kopf läuft mit! => ja, das ist wohl wahr, alle Läufe mit bekannten Strecken konnte ich deutlich kontrollierter laufen. Aber selbst bei unbekannten Strecken hilft es die Pläne vorher anzusehen und grob die Kilometerangaben im Kopf zu haben. Also Haken dran!
  • Thema Endspurt => „been there … done that“, Haken dran … inzwischen ist er obligatorisch, auch wenn ich beim Park & See Lauf tatsächlich den AK Sieg deswegen verschenkt habe
  • Stichwort – negativer Split => ja, jeder will ihn haben, inzwischen bin ich hier besser geworden, aber selbst gestanden Läufer haben das nicht immer drauf. Und zu schnell starten wir eigentlich doch alle, oder?
  • Trinken im Wettkampf => das nehme ich mal als to-do für die Saison 2015 mit
  • Eigenes WK-Tempo laufen => ja, diese Lektion habe ich verinnerlicht, mit mehr Trainingserfahrung ist das Tempogefühl besser und im letzten WK habe ich gute Erfahrungen mit einer Pace-Tabelle gemacht. Check!
  • Nicht im WK totschonen => haha … totschonen war 2013, 2014 wird gelaufen bis es weh tut.
  • Streckenkenntnis => siehe Punkt 1, das läuft inzwischen
  • Bestzeit Bestzeit über alles? => nein keineswegs, das habe ich diese Saison sogar öfter bemerkt als ich wollte, das ist eher eine Einstellungssache und wird mich zukünftig wohl noch öfter heimsuchen
  • Stabiübungen => ähm ja…  überspringen wir das? Ich hab’s getan – dieser Vorsatz hat so gut wie gar nicht gehalten, also neues to-do in der neuen Saison.

Lessons learned 2015 – nicht immer besser, sondern anders

  1. Stick to the plan!
    Seitdem ich einen Trainingsplan habe, nehme ich Trainingspläne nicht mehr ganz so ernst. Laufen und Radfahren kann man nicht addieren, vielmehr muss man die Gemeinsamkeiten finden und die Unterschiede hervorheben. Dazu kommt, dass nicht jede Woche immer zum Plan passt. „Halte Dich an Deinen Plan, aber versuche ihn nie zu 100% umzusetzen!“. Freiheit muss sein, Abwechslung muss sein – ein Plan entlässt einen nicht aus der Eigenverantwortung.
  2. Bleib stabil
    Siehe oben – das Stabi und Athletikthema wandert natürlich 1:1 ins neue Jahr. Zwar sehe ich inzwischen beim Zieleinlauf nicht mehr aus wie Quasi-Modo und Laufverletzungen konnte ich auch vermeiden, aber mehr Kraft- und Athletiktraining macht schneller und dynamischer. Also „mach‘ die verdammten Stabi-Übungen!„.
  3. A, B oder C
    Egal ob Rad oder Lauf, das ist ein Best Practice-Beispiel. Die Saisonplanung hat auch in engen Zeiten gut geklappt. Wobei ich auch in C oder B Wettkämpfen gute Zeiten hatte und A Wettkämpfe vergeigt habe. Aber auch daraus möchte in der Planung 2015 etwas gutes machen. „Plane sinnvoll und wähle Ziele auf die Du richtig trainieren kannst!
  4. Aus Spaß wird Ernst
    Das schöne an der Zwei-Sportelei … man hat stets einen Ausgleich. Und Ausgleich bedeutet manchmal auch, dass man, wenn es bei Sport A nicht läuft obwohl man ein Ziel hat… man bei Sport B einfach den Kopf frei machen kann. Mein Rat ist also an mich „vergiss nicht – Du machst das für den Spaß am Sport!
  5. Die Basis macht’s
    So simpel, dass man es wirklich aufschreiben muss? Ja, auf jeden Fall. „Pflege Deine Homebase!“ Kind, Frau und Familie machen den ganzen Irrsinn mit, binde Sie mit ein, mach keinen Alleingang und lass Deine Familie teilhaben.  Und ganz wichtig … sag Danke!

Wie man sieht, die Liste wird kürzer, die Ziele aber höher. Vieles ergibt sich von selbst, anderes muss man sich erarbeiten, aber nicht alles auf einmal.

Auf ein neues

Saisonrückblick während die Off-Season läuft. Die ersten Ziele für 2015 schon ausgeguckt, nach fast einem Monat Pause das Rad wieder zurück erorbert, aktuell lockere Laufeinheiten. Die Saison beginnt wie die alte endete … mit absoluter Zufriedenheit was den Sport angeht. Wunderbar – das es so bleiben wird, würde mir kein Mensch glauben. Wer weiß was alles schief geht und wie viele Kapitel ich in das virtuelle Buch „1.001 Fehler im Ausdauersport – für Sie getestet“ schreiben werde, aber auch da gehört dazu.

Nun fehlt nur noch die Planung für die Saison 2015 – aber dazu lasse ich mir noch 20 Tage Zeit und dann werden Nägel mit Köpfen gemacht. Auf ein neues!

Achja… und bevor ich es vergesse: Danke!

Posted in Bike, Road, Trail.

3 Comments

    • Ist ja alles ein bisschen wie Silvester – wenn man die Vorsätze fasst ist alles noch ganz logisch und toll, aber hinterher verwässert das gleich. Trotzdem braucht man ja auch andere Ziele, als nur Zeiten und Distanzen.

  1. Pingback: 2014 - das Jahr in Zahlen | Endurange

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