keep it simple!

keep it simple!

keep it simpleKeep it simple ist nicht nur ein schöner englischer Slogan, sondern sogar ein Prinzip! Im Prinzip kann man heutzutage alles zum Prinzip erklären, meistens reicht es schon wenn man ein kleines Buch schreibt und ein Tier dazu setzt. Das Hunde-, Katzen- oder Kapuzineräffchenprinzip. Aber im Gegensatz dazu ist „keep it simple!“ … naja … ähm einfach! Und einfach Dinge funktionieren nun mal.

Seitdem ich in meiner Freizeit Dinge tue, für die sich der große Teil der Republik nicht sonderlich erwärmen kann (z.B. berufsbegleitendes Fernstudium oder ein bis zwei Ausdauersportarten), hat sich ein gewisser Automatismus bei mir angesiedelt. Ich bin zwar bekennendes Spielkind und für viele Spinnereien zu haben, aber alle paar Monate durchfährt mich ein massiver Drang Ordnung zu schaffen. Dann schneide ich rigoros alte Zöpfe ab, packe Dinge weg, verkaufe Sachen die ich nicht für sinnvoll halte oder werfe einfach etwas weg.

Das betrifft auch die Sportlerei. Erst vor kurzem habe ich meine Datensammlungen aufgeräumt. Bis dahin habe ich meine Daten aus Tradition (weil ich dort angefangen habe) bei Dailymile hochgeladen, für eine Forensignatur in der Laufsportliga, weil es automatisch geht in GarminConnect und weil ich meine Daten gerne selbst nochmal sichere in Runalyze. Sprich nach einer Sporteinheit Daten 4x hochladen … was für ein Quatsch. Dailymile und Laufsportliga habe ich inzwischen gegen Strava getauscht – dort sind inzwischen auch alle Trainingseinheiten von GarminConnect, weil man dort die Möglichkeit hat alles auf einmal wieder herunterzuladen. Das spart nicht unbedingt Zeit, macht aber etwas freier.

Bei den Laufschuhen war es fast ähnlich. Immer mehr und mehr Schuhe – aber gelaufen werden immer die gleichen. Ein Paar landete im Müll, eins habe ich – weil ich damit nicht warm geworden bin – zum Freizeitschuh degradiert und eines, das fast nicht getragen ist, werde ich bald abstoßen. Es bleiben letztlich immer noch 4 Paare in Heavy-Rotation plus einmal Trail und einmal WK-Schuh. Klamotten habe ich vor kurzem auch aussortiert, ich brauche weder farblich abgestimmte noch sonst diversifizierte Sportklamotten – und mit einem Radtrikot kann man auch laufen.

Nun stand aber etwas an, dass auch zu der keep it simple Idee gehört. Ich reduziere nicht nur, sondern baue auch mal um. Ich mag es nicht verschiedene Ladegeräte, Synchronisationsgeräte usw. mit mir herumzutragen. Mein Garmin Forerunner 410 hat mir anderthalb Jahre super Dienste erwiesen. Damals zum Schnäppchenpreis von 187 EUR erworben (kostet er jetzt immer noch) habe ich damit viele Kilometer geschrubbt.

In letzter Zeit war ich allerdings unzufrieden, was durchaus auch mit dem Marketing der Laufuhrgrößen am Markt zu tun hat. Sie haben mich bomadiert mit ihren vollausgestatteten Premium Modellen. Mit Features und Funktionen … egal ob Suunto Ambit 2 (S oder R oder ganz ohne), egal ob Garmin Fenix 2 oder FR620 oder die Polar V800. Alle locken Sie den Läufer mit Allerlei Funktionen und Features. Alles soll den Athleten besser machen – aber mich hat es ehrlich gesagt verrückt gemacht. So lange bis jetzt das Fass übergelaufen ist – nachdem immer mehr neue Produkte mit (fast) Beta-Firmware ausgeliefert werden und nach und nach Funktionen dazukommen, war das Thema für mich unten durch. 400 oder 450 EUR für ein Produkt zu bezahlen, was erst nach und nach das erfüllt was man erwartet war für mich ein kritisches nachdenken wert.

Garmin Forerunner 410

sag zum Abschied leise Servus

Die FR410 kann eigentlich ziemlich viel von dem was ich von so einer Uhr erwarte. Sie ist nicht zu groß oder zu schwer – immerhin habe ich keine Mörder-Handgelenke.

Sie hat eine gute GPS-Qualität und Unterstützt mit dem GarminConnect Intervall-Editor ein mächtiges Tool für Trainings aller Art. Sie synchronisiert mit meinem Rechner piept hin und wieder aufmunternt.

Ehrlich gesagt sind das Funktionen, die wahrscheinlich für die allermeisten Läufer ausreichend sind. Wer nicht hin und wieder Rad fährt oder schwimmt kommt mit so einem Ding aus, aber eigentlich wollen wir mehr. Wir wollen Big-Sport-Data. Herzfrequenz, Schrittfrequenz, Bodenkontaktzeit, Erholungsbedarf, Aktivitätslevel, Auf- und Abstieg sind schon Standard… wer weiß was noch kommt. Alles mit dem Ziel daraus DIE Erkenntnis zu ziehen ob unser Training jetzt effizient ist oder nicht.

Aber nachdem ich mich geärgert habe und auch der Meinung bin, das weder mein Leistungsstand noch meine Einstellung zu meinem Hobby 450 EUR für eine Uhr (das ist mehr als mein Smartphone gekostet hat) rechtfertigt. Sie wird mich nicht schneller machen oder erfolgreicher … nur ärmer.

Deswegen habe ich nochmals das gecheckt, was ich mir wünschen würde. Das, was die FR410 kann plus zwei oder drei Kleinigkeiten. Die FR410 synchronisiert am Rechner bspw. nur mit einem ANT+ Stick – das finde ich unpraktisch, denn wenn ich auf Dienstreise meine Uhr synchronisieren will, brauche ich ein Ladekabel (langsam lässt der Akku nach) UND den ANT+ Stick. Dazu kommt, dass die Uhr leider keinen Vibrationsalarm hat. Das wilde gepiepe so einer Uhr im Wettkampfgetümmel ist mir ehrlich gesagt zu peinlich – vor allem weil ich Mitläufer dafür regelmässig steinigen möchte.

Garmin Forerunner 220

und herzlich willkommen – „die neue“

Nach viel hin und her bin ich auf die Garmin Forerunner 220 gestoßen, hat was ich bisher meinte zu brauchen und zusätzlich noch Smartphone-Synchronisation, Schrittmessung am Handgelenk (mehr Daten mit denen ich nix anfangen kann) und Vibrationsalarm. Die Uhr ist schön leicht und trägt sich angenehmer als mein altes Modell. Dazu unterstützt sie weiterhin Intervalltraining & Co. und findet dank GPS pre-cache sehr schnell eine Satellitenverbindung. Dazu kommt, dass ich die Uhr ohne Pulsgurt (ist ja vorhanden) für 190 EUR erworben habe und mich damit jetzt für die nächste Zeit wieder gut gerüstet fühle.

Das schöne daran ist, dass damit auch jegliche Begehrlichkeiten nach neuen und noch besseren Modellen erst mal ad acta gelegt sind.

Dabei gibt es noch genügend Dinge, die ich weiterhin simpel halten möchte – das befreiende Gefühl wieder Ressourcen geschaffen zu haben, wird in nächster Zeit sicher noch ein paar mal kommen. Denn Zeit, Geld, Aufwand oder was auch immer lassen wir uns immer so schnell fressen … und letztlich fehlt es uns dann, wenn wir es uns wünschen, z.B. wenn wir einfach mal laufen gehen möchten.

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