train yourself to let go of everything you fear to lose

loslassen lernen

Und dann ist es wieder einer dieser Tage. Einer dieser Tage, die in Familienkalendern stehen. Einer dieser Tage die zusätzlich im Arbeitskalender eingetragen sind. Einer dieser Tage für die man die ganze Zeitplanung umkrempelt nur um den einen Termin unterzubringen, für den man Blut, Schweiß, Tränen und Telefonguthaben investiert hat.

Es ist Facharzttag – Orthopädentag. Der verletzte Sportler ist perfekt vorbereitet. Minutiös hat er in den letzten Tagen sein Drehbuch studiert. Er kann im Schlaf zielgerichtet anzeigen wo es weh tut und beschreibt fliessend sämtliche Schmerzzustände der letzten Monate.

Alles was den Facharzt zu einer schnellen 08/15 Diagnose bewegen kann wurde sprachlich abgeschliffen, ausgeklammert oder umgedeutet. Dinge die schnellen Erfolg versprechen werden bevorzugt. Die Worte „Schmerzen“ oder „akut“ sind bereits Füllwörter an allen Ecken und Enden.

IMG_4906So ging es mir auch. Die letzten Tage habe ich alle positive Energie zusammengetragen. Trotz Stress im Job war der Termin beim Orthopäden der Angelpunkt in dieser Woche. Nach einem langen Dienstreisetag habe ich mich Mittwochs noch zu einem Lauf aufgemacht um hineinzufühlen wie es sich anfühlt (ein fieses Ziehen in der Leistengegend, bekannt wie eh und jeh … nur etwas schlimmer weil ich mich ja Ewigkeiten nicht bewegt hab), wie es hinterher ist und am nächsten Tag.

Sorgfältig notiere ich mir auch hier wieder meine empfinden. Wann tut es wo weh. Was ist noch übrig von den alten Beschwerden und was kehrt immer wieder.

Dann ist der  Tag da, mein Termin ist um 9:00 Uhr. Ich bin natürlich eine Viertelstunde zu früh, damit ich nicht unnötig lange warten muss, immerhin geht es hinterher in die Arbeit und Zeit ist knapp.

Ich spaziere in die Praxis, stelle mich vor und bekomme den üblichen Patientenbogen. Mit einer gewissen Verletzungserfahrung sollte man überlegen vorgedruckte Patientenbögen als Hand-Out dabei zu haben. Zu spät. Also verziehe ich mich ins Wartezimmer und kritzele meine Daten mal wieder auf einem Klemmbrett in Formulare die in den unmöglichsten Schriftarten gedruckt und zum 47ten mal kopiert wurden. Netterweise unterschreibt man hier direkt präventiv Patientenaufklärungen für Gelenkpunktion, intramuskuläre Injektionen und noch irgend etwas was ich nicht haben möchte. Naja da geht es wohl zügig zu wenn man das alles gleich mal vorab unterschreibt.

Schnell geht es auch am Empfang weiter, denn die MTA hinter dem Tresen bietet mir mal locker eine Röntgenaufnahme an. Nur die Frage ob zum hier röntgen oder zum mitnehmen (und ob Sojamilch oder nicht) fehlt. Ich verneine, immerhin wurde ich ja erst vor wenigen Wochen verstrahlt.

IMG_4916Nach 21 Minuten sitze ich in „Behandlung 4“ und betrachte Plastikknochen. Es vergehen noch ein paar zusätzlich bis das Schicksal seinen Lauf nimmt.

Es kommt ein Mensch hereingeschlichen, der hier wohl der Arzt ist. Nicht das er sich vorgestellt hätte geschweige denn irgendwie Kenntnis von mir nahm. Damit er etwas kodieren kann, dass er mit der Krankenkasse abrechnet musste er mich aber dann doch Fragen was ich habe. O-Ton „Na dann erzählen Sie mal“.

Ich erzählte, hatte aber bereits nach dem zweiten Satz meines perfekt einstudierten Drehbuchs das Gefühl, dass ich auch in Zulu oder Manderin hätte wechseln können. Aber als Facharzt kann man wahrscheinlich aufmerksam zuhören und total desinteressiert aussehen gleichzeitig.

Es wird mein Röntgenbild gecheckt, die Hüftbeweglichkeit (wieder nicht sehr ambitioniert) überprüft und ein Ultraschall meiner Hüfte angefertig. Dabei wird im übrigen in der dritten Person über mich mit der MTA gesprochen. Naja ich will den Arzt ja nicht heiraten.

Er bestätigt die bereits bekannte Diagnose. Femoro acetabuläres Impingement, damit es sich aber auch lohnt nicht nur rechts sondern jetzt auch links. Yeah, das hat sich ja schon mal gelohnt. Es fällt das Wort „Krankheitswert“ … wow, da hab ich direkt was gelernt. Also ob das F.A.I. jetzt einen entsprechenden Krankheitswert hat, kann er nicht sagen.

Auf Deutsch heißt das, dass die Beschwerden die ich beschreibe wahrscheinlich nicht durch das Hüftimpingement ausgelöst werden. Mein vermehrter Hinweis, dass ich Schmerzen am Ende des geraden Bauchmuskulatur habe, diese Morgens aufteten und tagsüber weniger werden und manchmal bis in den Adduktorenansatz gehen … laufen leider ins leere. „Er soll zu Doktor XYZ um einen Leistenbruch abzuklären.“ sprichts und geht ans Telefon um dort ein – ungelogen! – privates Gespräch zu führen, während ich mich noch anziehe.

Vorher bekomme ich aber noch ein bisschen Radioaktivität ab, denn eine Detailaufnahme pro Hüftgelenk sei noch notwendig. Ob es notwendig war oder ob die Budgetlinie optimiert wurde… ach ich hab doch keine Ahnung. Zwei Röntgenaufnahmen später lässt mir die Röntgenassistentin ausrichten, dass es „gar nicht so schlimm“ aussähe und ich jetzt erst mal zum Chirugen solle um „das andere“ abklären zu lassen. Bämm!

Der Arzt, der mit dem Ultraschall in der Hand meine Hüfte untersucht hat konnte das verdammte Ding natürlich nicht noch 5cm weiter oben benutzen. Wahrscheinlich hat ihn seine berufliche Ethik davon abgehalten das zu tun. Warum sollen Schmerzen bei Bewegungen auch was mit Orthopädie zu tun haben. Das es nur daran liegt, weil er das bei der GKV nicht abrechnen kann? NIEMALS!

Und wieder packe ich einen Zettel ein, ziehe meine Jacke an und verlasse eine Arztpraxis. Wieder ernüchternd. Wieder enttäuscht … und einfach nur traurig. Wieder keine Diagnose, wieder keine Behandlung, wieder 4 Wochen vergangen und wieder nichts erreicht. Wieder einen neuen Facharzttermin ausmachen, wieder warten, wieder Unklarheit. Wieder einfach alles Scheiße!

Und dann bleibt von der Hoffnung nicht mehr viel. Einfache Lösungen gibt es nicht und ich treffe eine Entscheidung.

Meine Twitter-Timeline hat mir den Inhalt für diesen Blog hier geliefert.


So ist es – genau so und nur so. Der Laufabgrund – und auch wenn ich so getan habe, als wäre es das Ende der Welt und auch wenn viele Lauffreunde auf Twitter entsetzt und aufgeschreckt waren bringt es doch nichts sich an etwas fest zu klammern, was aktuell nicht möglich ist. Der kleine grüne Zwerg hat den Spruch schon gut drauf.

Ich möchte das Laufen nicht loslassen, ich klammere mich daran fest und sehe deswegen nicht, was bleibt, welche Möglichkeiten ich habe, wo der Weg hingehen soll.

Die #Rodgau50 Absage war nur der erste Schritt – zu dem Zeitpunkt war es fast schon klar, aber ich wollte nicht weiter denken. Meine Planung für das erste Halbjahr 2016 ist eng, knackig, ambitioniert und jetzt einfach UNMÖGLICH.

Gestern habe ich meinen Startplatz für den Haspa-Marathon verschenkt. @Theho wird stattdessen an den Start gehen und das war nicht der letzte Schritt. Wings4Life Run, Rennsteig Marathon und vielleicht wahrscheinlich auch der ZUT werde ich nicht laufen können oder wenn dann nicht so wie ich es mir vorgestellt habe.

Deswegen trenne ich mich von meinen Vorstellungen, ich mache mich frei von dem Anspruch bald wieder zu laufen wie vor einem halben Jahr. Die Fakten liegen auf der Hand. Fast 5 Monate kein Lauftraining, kurze Zeit nach dem Anlaufen noch Schmerzen die hinterher den Rest des Tages bleiben. Länger als 2-3km laufen geht nicht und will ich nicht, weil es keinen Spaß macht.

Im Sommer schrieb ich mal, dass ich mir nur wünsche einfach wieder beschwerdefrei laufen zu können. Den Kopf frei zu haben – kann ich nicht. Ich achte auf meine Lauftechnik, ich muss mich an die Einlagen anpassen, die Kondition ist weg. Laufen ist selbst in den kurzen Trainings so anstrengend.

Die Idee war bereits vorher da. Schreib das Laufen ab, gib dir mehr Luft um wieder zurück zu finden und fahre mit dem Rad. Mit der zweiten Sportart sieht man besser. Im Song von Passenger heißt es „Only know you’ve been high when you’re feeling low“. Genau – 2016 wird ein Radjahr und Laufen wird Nebensache. Keine Ziele, kein Wettkampffokus, nix. Wenn ich in 3 Wochen wieder laufen kann … super, aber es ist so. Wenn ich in 3 Monaten wieder laufen kann … super, ändert nichts. Werde ich nicht wieder beschwerdefrei laufen… dann leg ich Ende des Jahres meinen Fokus neu fest.

Es klingt bitter, ist es aber nicht. Eine Entscheidung zu treffen sorgt für Klarheit und Freiheit im Kopf und ebnet den Weg den ich brauche um endlich weiter zu kommen, die richtigen Ärzte zu finden, eine Aussage zu erhalten, Unklarheiten auszuschließen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich werde laufen, testen und probieren – aber ohne Druck, keine Priorität und sicher ohne Gewohnheit dahinter … und bestimmt komme ich wieder. Bis dahin liegt das Glück der Erde eben auf den Rädern meiner Fahrräder.

 

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38 Comments

  1. Tja, was soll man sagen!?
    Gute Besserung!
    So wie Deine Besuche laufen wohl 80% aller Facharztbesuche ab.
    Das ist auf so vielen Ebenen frustrierend

    • Glaube ich sofort, wie ich den Beitrag getippt hab, musste ich tatsächlich innehalten und hab mich gefragt, ob es wirklich so gelaufen ist. Was ich schreibe ist natürlich subjektiv und gefärbt von meiner Stimmung, aber es war so … ich konnte es selbst im Nachgang kaum glauben.

      Meine Frau ist bspw. chronisch krank. Sie hat den Vorteil aber zum einen ein gutes Ärztenetzwerk zu haben und andererseits baut man natürlich eher eine Patienten-Arzt-Beziehung auf wenn man über Jahre miteinander zu tun hat. Verstehe ich – nur sollte man deswegen neue Patienten nicht direkt behandeln als wären sie Luft.

  2. Sieh es positiv. Wenn ich nicht mehr laufen dürfte, hätte ich keinen Ausgleich parat. Ich schwimme wie eine Ente und Radfahren ist auch nicht so richtig mein Sport. Vielleicht noch MTB. Du kannst wenigstens hier glänzen.

    Was die Fachärzte anbelangt, habe ich auch keine tollen Erfahrungen gemacht. Da baue ich lieber auf gescheite Physios.

    • Hi Martin, ich sehe das eindeutig positiv. Damals als ich das erste mal Laufprobleme hatte, hab ich ja direkt den Radsport dazugenommen (war ein prima Argument damals) was sicher auch zur Leistungsentwicklung beigetragen hat. Glänzen kann ich da bestimmt nicht, aber ich hab einen Ausgleich
      Physio ist natürlich gut, ich bin/war mit meinem auch zufrieden … allerdings geht das ohne Verordnung ganz schön ins Geld und mein Physio konnte mir ja nicht mehr helfen (vor allem weil es ja keine wirkliche Diagnose gibt).

  3. Diesen Ar…zt möchte man doch….
    Aber ja, es nützt nichts. Deine Einstellung finde ich bewundernswert. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß bei den Radtouren, und hoffe, dass doch irgendwann eine Diagnose + Behandlungsmöglichkeit auftaucht. oder alternativ eine Spontanheilung.

    • Ja den möchte man… bei Jameda mal entsprechend bewerten möchte man den, was ich auch tun werde. Nicht, dass das so viel bringen wird, aber ich gebe im Regelfall eine differenzierte Bewertung ab, vielleicht bietet das dem ein oder anderen einen Überblick.

      Und ansonsten … nächster Schritt FINALE Abklärung Leistenbruch … ich gebe ja zu, dass es das sein könnte. 2 Ärzte haben nichts gefunden, aber es gab ja auch kein Ultraschall. Somit verschiebt sich die Hoffnung auf den nächsten Facharzttermin.

  4. In Holland sagt man „veel sterkte“ und ich glaube die ganz du gut gebrauchen. Ich hoffe für dich, dass du noch den einen guten Arzt finden wirst, der helfen möchte.

    Ansonsten ist das mit dem temporären Loslassen bestimmt die beste Wahl und das geliebte Laufen durch eine neue Ausdauersport mit neuen Zielen, neuen Reizen und neuen Erfolgen auszugleichen. Mit Rad am Ring hast du dir doch ein passables Ziel gesucht, was in der Intensität des Erlebens dem ZuT bestimmt nicht ersetzen kann aber zumindest eine Alternative darstellt. Das Angebot mit dem Stoneman Miriquidi steht ebenso.

    Think positive, leichter geschrieben als umgesetzt. Aber wo ein Wille ist, wird sich auch ein Weg auftun. Mir lieben ja dichte, fast zugewachsene Trails oder? Übersieht man nur leicht…

    Gruß
    Daniel

    • Das klingt jetzt bestimmt fürchterlich spirituell, aber ohne das was ich in den letzten Jahren durch den Ausdauersport über mich gelernt habe, würde ich mit so einer Situation sicher anders umgehen. Es ist frustrierend, denn der Sport ist nun mal ein großer Teil des Lebens. Direkt nach Familie und Job steht dieser Block, der gute Laune macht, mit dem man sich gut fühlt, an dem man sich austetesten kann. Und plötzlich muss man das in Frage stellen … doofe Sache.

      Die zugewachsenen Trails führen irgendwann auch mal wieder auf breitere Wege, das wissen wir alle.

  5. Ohhh mannn…das kenn ich. Ich habe auch eine solche Erfahrung mit dem Orthopäden gemacht. Glücklicherweise bin ich wieder Beschwerdefrei und hab jetzt auch einen Arzt gefunden der mit mir redet. Ich wünsche dir dass du bald wieder hergestellt bist.

    • Danke Wolfgang, das mit dem Arzt ist wirklich ein Problem. Die zu denen ich will, die wollen mich nicht behandeln (weisen neue Patienten ab oder gehen einfach nicht ans Telefon), die die ich bekomme fertigen mich nur ab. So langsam werde ich das Gefühl nicht los, dass es auch an der Gegend liegt, immerhin ist die Gegend in der Wartezeit für Facharzttermine bayernweite Spitzereiter (28 Tage mehr als Privatpatienten im Schnitt!!!).
      Wenn ich mal einen guten Arzt gefunden habe, werde ich den sicher nicht mehr hergeben.

  6. So das Leben nunmal ist…junger Daniel.
    Tatsächlich macht es wenig Sinn sich ständig unter Druck zu setzen, sich selbst und vielleicht anderen gerecht werden zu wollen. Man ist ja selbst enttäuscht, wenn man einen geplanten Lauf absagen muss…und auch traurig es der #twitterrunde mitteilen zu müssen. Hier trifft man auf Verständnis, hier sind Leute wie Du und ich, die wissen wie es sich anfühlt einen Lauf oder gar eine ganze Saison „absagen“ zu müssen. Ich hab dir gesagt, das ich gerne den #ZUT mit dir laufe..egal ob angemeldete 60km oder runtergestufte 30km. Wie ich aus deinen Zeilen allerdings lese, wirst du mir vermutlich zuwinken mit einem Bierchen in der einen und einer Kaminwurz in der anderen Hand. Daniel…bleib am Ball und überstürze nichts…es gibt nichts Schlimmeres, als sich durch Unvernunft ALLES zu versauen. Geh es langsam an. Es ist doch egal ob du die Zugspitze rauf läufst oder mit dem Rad rauf fährst…Hauptsache oben !! ;o)

    „Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.“ Bertolt Brecht <-nicht klein und grün)

    • Danke Stephan – du kannst Dir vorstellen, dass es selten ist, dass ich mal nichts zu sagen habe, aber gerade ist es so weit. Danke für die netten Worte und irgendwie kriegen wir dieses Jahr schon was beklopptes auf die Beine :-)

  7. Manchmal läuft es einfach nicht. Erzwingen geht nicht, deshalb machst du das genau richtig. Gelassen bleiben, und freuen, wenn das Radfahrem gut läuft.
    Ich habe mir im Oktober eine Woche vor dem Roentgenlauf100 den Mittelfussknochen gebrochen. Im Winter dann viel auf dem Spinninrad gesessen und Stabilität gemacht. Laufen fühlt sich immer noch komisch an. Aber jetzt habe ich ja ein Ziel.
    Halt die Ohren steif, es kommt auch wieder bessere Zeiten. #radamring.

    • Danke Dir, Rad am Ring ist auch ein Punkt der zum zurückstellen des Laufens geführt hat. Ohne Ziel klappt bei mir nichts. Da ich nicht laufen kann, hab ich kein Laufziel und schon sitze ich auf der Couch und komme von den 80kg nicht runter. Deswegen RaR … zudem als Team … das kann nur Spaß machen :-)

  8. Mein kurzer aber dringlicher Rat, geh zu einem Osteopathen, zu einem sehr guten (zb. http://www.osteo-darmstadt.de) Ich habe nie daran geglaubt und das war der letzte den ich konsultierte, denn danach wäre nur noch Zauberei gekommen. Ich bin zwar selbst noch nicht ganz beschwerefrei, kann aber laufen. Das und Triggerpunkttherapien & co. sowie einer Laufanalyse bei http://www.kurt-stenzel.de haben mir gezeigt, was ich tun kann damit es nicht schlimmer wird und sogar noch besser. Jetzt hängt es nämlich tatsächlich nur noch an mir.
    Ich habe bewusst diese beiden Adressen preisgegeben, weil das wirklich die zwei Menschen waren, die mir am meisten geholfen haben und das tun die Ärzte die hübsch über die Kasse abrechnen können eben nicht!

    • Hi Jamie, das ist der Rat der Stunde. Ganz sicher. Hätte jetzt der Arzt keinen medizinischen Anhaltspunkt mehr gehabt, wäre ich sofort zum Osteopathen, aber nachdem nun der Leistenbruch (den schon mein Hausarzt vermutet aber dann ausgeschlossen hat) noch im Raum steht möchte ich das abgeklärt wissen. Immerhin hab ich jetzt schon 5 Monate Beschwerden. Wenn es aber auch keiner ist, dann werde ich zum Osteopathen gehen… ohne wenn und aber.

  9. Es macht mich unendlich traurig solche Texte lesen zu müssen. Erstens scheint es wirklich ein Griff in die Lostrommel zu sein den Arzt zu erwischen dem das Wohl des Patienten am Herzen liegt und zweitens macht es mich traurig zu lesen, wenn man alle Pläne über den Haufen schmeißen muss. Klar fühlt man sich freier und ohne Druck, aber man hat sich wochenlang darauf gefreut und bis zum letzten Moment gehofft. Ach ist doch alles shyce.

    • Wir haben eben die Vorteile und Nachteile des „freien“ Marktes der Gesundheitsdienstleistungen. Dort wo die Leute gut aufgehoben sind (also dort wo man es hört) hat man ewige Wartezeiten und die Ärzte werden dafür nicht belohnt, denn nehmen sie noch mehr Patienten arbeiten sie ohne einen Euro mehr zu verdienen.
      Dort wo man entsprechend schnell einen Termin bekommt ist die Patientendichte wohl geringer, also wahrscheinlich (absolut wertungsfrei) auch die Qualität.

      Und ganz ehrlich… es ist zum KOTZEN!

  10. Was dir bleibt ist es positiv zu sehen, fährst du halt Rad. Zum Glück hast du eine zweite Sportart. Keine Ahnung was ich da noch zu sagen soll… im Grunde ist es ja „nur“ Sport. Es gibt wichtigeres im Leben, auch wenn wir das manchmal nicht wahr haben wollen. Extrem blöd ist das natürlich dennoch…. Ich beneide dich auf keinen Fall. Son Käse…

    • Hey Sascha, klar ist es nur Sport. Ich habe es die Tage einem Kollegen gesagt, dass ich froh bin, dass ich keine ernsthaften Probleme habe die meine Existenz bedrohen. Jetzt stelle man sich mal vor ich könnte meiner Arbeit nicht mehr nachgehen und finde beim Arzt keine Lösung … das ist wirklich schlimm.

      Andererseits – das wissen wir alle – ist Sport für uns Süchtlinge ein großer Teil Lebensqualität und wenn ich das ganze bleiben lasse, dann möglichst bewusst und nicht weil andere Menschen ihren Job schlampig machen.

  11. Echt schade sowas zu lesen. Aber ich kann deine Hilflosigkeit absolut verstehen, auch wenn ich noch nie eine solch langwierige Verletzung hatte. Bei meinen bisherigen Verletzungen und den daraus resultierenden Arztbesuche hatte ich danach auch meist mehr Fragezeichen als davor. Es ist schwer konkrete gute Hilfe zu finden und wenn dann darf man sie nie nie nie wieder loslassen.

    • Manchmal frage ich mich ja schon, wie oft ein Arzt bei solchen Problemen wirklich hilft. Wenn man sich als Läufer vorher gut einliest ist man meist ja genauso gut informiert wie ein Allgemeinarzt. Bei meinen Knieproblemen vor 2 Jahren hatte ich tatsächlich die Vermutung die auch mein Arzt bestätigt hat. Nun bin ich ratlos und die Ärzte stürzen sich auf das was offensichtlich ist (Hüftimpingement) – immerhin hat dieser Arzt jetzt mal mein Gefühl bestätigt, dass die Beschwerden nicht davon kommen können, wenn sie nach 4 Wochen Pause genau so sind wie vorher. Naja inzwischen hab ich mich auf einen Ärzte-Ultra eingestellt… und da zählt bekanntlich der Kopf.

      • Das denk ich mir auch so oft. Sobald es mal nur ein bisschen abweicht von einem 08/15 Problem stoßen die Praktiken der meisten Ärzte an ihre Grenzen. Es braucht hier einfach Zeit und Geduld, aber das haben die meisten nicht. Deshalb bleibt einem meistens eh nichts anderes übrig, als selbst Initiative zu ergreifen. Auch wenn das der mühsamere Weg ist (und man oft gern Hilfe hätte) bin ich mir manchmal auch nicht sicher ob es nicht der bessere is. Wer so etwas „übersteht“ und „besiegt“ kommt definitiv stärker zurück!

  12. Schlimm bei Fachärzten ist die offensichtliche Besserbehandlung von Privatpatienten, von denen ich (leider!) einer bin.
    Andererseits scheinen gute Orthopäden rar gesäht zu sein. Dr. Walther in Langen wäre ein Tipp, ist aber leider zu weit weg von Dir.
    Ansonsten tröste Dich, beschwerdefrei Radfahren können ist ja auch etwas. Ich wäre nie aufs Rad gekommen, wenn meine Knie das gemacht hätten was ich von ihnen erwartet hatte.
    Jetzt bin ich seit Jahren glücklicher Radfahrer.

    • Du hast recht Claude, irgendwo liegt das gute im schlechten. Einen Tod muss man aber immer sterben, während ich das Lauftraining immer super in den Tagesablauf integrieren kann (ich bin eher der Abendsportler) geht das beim radfahren nicht so einfach, aber darüber will ich mich nun wirklich nicht beklagen.

  13. Hey Daniel,

    echt einfach nur sch**** -ach was solls…SCHEIßE Deine Situation. Aber Du sagst bzw. schreibst es ja selbst, dass Du jetzt nicht verzweifeln wirst.

    Ich hatte 2014 auch eine mysteriöse Verletzung. Entzündung oder was auch immer im rechten Knie. Die Sportärzte haben immer nur alles ausgeschlossen, aber was es explizit ist, konnte mir keiner verraten. Versteh ich nur zu gut!….Übrigens habe ich Deine Geschichte bzgl. des mentalen Vorbereitens auf den Arztbesuch mit einem Grinsen lesen müssen. Wer kennt das nicht! Leider sind wirklich viele viele so abgestumpft. Ich glaube auch, dass sie solche verkappten Sportler wie wir eh nicht mögen…So nach dem Motto: „Du Sie woll mir jetzt erklären, was es sein könnte?!“ :D Die Erfahrung habe ich zumindest gemacht…Und das Reden in der dritten Person ist halt son Standardding bei Ärzten. Versteh ich ich auch nicht aber vllt. wollen sie sich so die emotionale Bindung ersparen…

    Nochmal zum „Mentalen“…..Mein Coach hat mir diese Woche die Aufgabe gegeben in bestcase szenarien zu denken. Also nicht was alles schief laufen könnte oder noch schlimmer worstcase-mäßig dahinzulamentieren, sondern sich das BEste ausmalen. Sei es ein Wettkampffinish oder wie in Deinem Fall ein positiver Verlauf was Deine Verletzung angeht. Das ist natürlich leicht gesagt, aber ich glaub dran und man muss ja auch offen für Neues sein. :)

    Auf jeden Fall beste Genesungswünsche!!
    Sören

    • Hi Sören,
      die positive Einstellung findet man sogar im Buch von Dr. Feil zum Thema Arthrose und Gelenkschmerzen. Ist ja auch wirklich so, ich hab mir das mal eine Weile, als ich noch gelaufen bin vorgesagt. Wirklich als Mantra („Alles wird wieder gut … es geht voran“ usw.) – ansonsten bin ich ab sofort auch wieder auf die positive Spur eingebogen und hin und wieder muss man sich für Psychohygiene auch mal richtig auskotzen :)

  14. Ach kacke. Aber, Du solltest eines nicht vergessen: Dir geht es nach einem Arztbesuch genauso gut (oder schlecht) wie zuvor. Eine „Diagnose“ ändert nichts an Deinem Befinden. Im besten Fall hilft sie Dir; im schlimmsten Fall ist sie wertlos.

    Mir fehlt nach wie vor der Glaube daran, dass Du von einem Tag auf den anderen vom ambitionierten Läufer zum Invaliden mutierst, ohne von einem Sattelschlepper überrollt worden zu sein. Gibt’s bei Dir in der Umgebung einen „Läuferarzt“ oder ein sportmedizinisches Zentrum? Dort hätte man sicher die richtigen ‚Antennen‘ für Deine Probleme.

    • Schön gesagt. Klar wird man von heute auf Morgen nicht zum Invaliden. Das sind auch meine Gedankenexperimente mit denen ich mich ständig versuche zu überzeugen, dass es auch wieder besser werden muss.
      Es ist ja auch langsam schlechter geworden, dann muss es sich auch wieder verändern können … und dass nur laufen nicht klappt aber so viele andere Dinge ist auch so ein Hinweis.

      Ein sportmedizinisches Zentrum in der Form gibt es hier leider nicht. Die Ärzte die mir empfohlen wurden wollen mich leider nicht (bzw. würden nur gegen Privatzahlung jemanden aufnehmen). Die guten Sportärzte die so am Ort sind betreiben ausschließlich Privatpraxen, aber es stimmt schon … ich bräuchte jemand der mich überhaupt erst mal verstehen will.

      Ich bin sogar schon so weit mich an meinem Dienstreiseort in BaWü auch noch mal umzusehen. Das nervige ist ja auch, dass die ganzen Termine erst mal untergebracht werden wollen.

  15. Über den Arzt, die Ärzte möchte ich gar nichts mehr schreiben. Bin einfach selber immer froh, dass ich bisher nur kleine Blessuren hatte und wünsche einfach jedem, dass er seine Verletzungen schnell wieder übersteht und angreifen kann. Bei Dir hält sich das leider hartnäckig, aber Du bleibst dennoch positiv gestimmt und gibst so schnell auch nicht auf.

    Das bewundere ich dann doch sehr und daher drücke ich Dir auch weiterhin die Daumen, dass es eben dann irgendwann auch mal wieder an die 100% geht und wir uns wieder bei einer Veranstaltung über den Weg laufen!

    • Hey Patrick, mein Motto für 2016 (auch im Job) ist zwangsläufig „Es ist wie es ist“ … das klingt jetzt resignierend, aber hilft auch entspannt an das eine oder andere ran zu gehen. Da du dieses Jahr eh dieses komische Triathlon Ding machst würde ich mal sagen spätestens in Berlin sieht man sich, oder? ;-)

  16. Hallo Daniel,

    deine Situation kenne ich aus meiner 6-monatigen Leidenszeit aus dem letzten Jahr nur zu gut. Rad fahren und eine gewisse Entspannung zum Thema Laufen haben mir sehr geholfen.
    Orthopäden snd immer ein Thema für sich. Aber selbst wenn die Diagnose stimmt, können sie dir nicht immer helfen. Ich muss meine Erfahrungen demnächst auch einmal nieerschreiben.
    Nur soviel: Ein sehr guter Physiotherapeut in Verbindung mit Osteopathie und Chiropraktik, evtl. mal ein großes Blutbild oder Aminogramm. Vielleicht gibt es doch irgendwo Mängel bzw. Unterversorgung.
    Gute Besserung!

    • Hi Mike, Physiotherapeuten hab ich schon durch – der hat erst mal (wie ich) resigniert, weil keine Verbesserung eingetreten ist. Allerdings hat er mir schon geholfen, denn vorher konnte ich keine 1,5h am Stück im Auto sitzen (und ich sitze da sehr viel).
      Das Blutbild fehlt auch noch, weil keiner bisher auf die Idee kam, da kümmere ich mich auch die nächsten Tage darum und der Weg zum Osteopathen ist der nächste, sollte der Leistenbruch sicher ausgeschlossen sein. Es ist so Mühseelig, allerdings bin ich aktuell immerhin beruhigt dass überhaupt etwas passiert (auch ohne Ergebnis).

  17. Oje…ich habe das mit meiner Twitterabwesenheit in letzter Zeit irgendwie verpasst bzw nicht wahrgenommen wie übel es bei Dir aussieht :-(
    Ich würde mich echt freuen wenn Du Dich wieder über meine Strava Kudos aufregen könntest ;-)
    Ich wünsche Dir dass es bald wieder bergauf geht (im wahrsten Sinne des Wortes) und bis dahin kann ich nur die Daumen drücken dass es schnell wieder besser wird.
    Bleib dran und „never give up never surrender“ !
    Erfreue Dich jetzt am Radfahren nimm Dir den Druck und der Rest kommt von selbst.
    Gute Besserung!

    • Du kannst mir ja bald wieder Kudos für Ruder- und Radtraining sowie Stabi geben. Meine beabsichtigte Sportpause von 2 Wochen hat sich dann doch etwas zu weit ausgedehnt mit dem Ergebnis dass ich nochmal krätig zugenommen habe und inzwischen beim radeln schnell mal 170+ Puls habe. Nun biege ich erst mal wieder in den regelmässigen Sport ein und hab nebenbei noch das ein oder andere abzuklären… und dann lauf ich bestimmt im zweiten Halbjahr wieder, als wäre nichts gewesen (oder auch nicht *g*).

  18. Lieber Daniel, das ist richtig bitter. Jeder hier kann mit dir mitfühlen. Und jeder hat sicher schon mal die Dummheit begangen, verletzt zu laufen. Sogar Wettkämpfe. Ich nehme mich da nicht aus. Im letzten Jahr hat mich eine Adduktorenzerrung auf dem damaligen Trainingshoch erwischt. Konnte keine 2 Km schmerzfrei laufen. Das zog sich leider auch Monate hin und irgendwann hab ich Laufen gegen Wandern gewechselt.
    Das ist eben die Zeit, in der man schauen kann, was es noch so schönes gibt. Hut ab für deine Entscheidung und gute Besserung! Ich hoffe, du hast am Radfahren trotzdem ganz viel Spaß!

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