Mecklenburger Seen Runde 2015

MSR300 – huch‘ schon fast da?

Was soll man von einer Jahresplanung halten, die unter dem Begriff #allebekloppt2015 steht? Mal ehrlich, ich habe es doch vorher gewusst worauf ich mich einlasse. Nur … wenn wir alle darüber abschließend sinnieren würden, was wir da tun, wären Marathons und Ironmans deutlich weniger ausgebucht. Und vielleicht hätte auch die Mecklenburger Seen Runde weniger Teilnehmer.

Ich habe mich gerade versucht zu erinnern, warum genau ich mich angemeldet habe. Mir mag kein handfester Grund einfallen. Bei Laufveranstaltungen ist es einfach: „weil ich kann“. Nur ob ich die MSR300 (zur Erinnerung – die 300 steht für 300km … und es sind nicht nur 300,00 sondern um die 320km) schaffe, weiß ich nicht. Also das Argument ist außen vor.

Aber nochmals zurück. Mit der Anmeldung erhielt man einen Trainingsplan, meinen ersten Radtrainingsplan, den ich jemals in der Hand hielt. Dieser startete im Dezember 2014 und sollte zielgerichtet auf die MSR300 vorbereiten. Alles schön und gut, wenn der geneigte Ausdauersportler nicht noch auf die Idee käme nebenbei zu laufen und sich auf den ersten alpinen Trail und einen Marathon vorzubereiten und gleichzeitig auf der 10K und HM Strecke schneller zu werden.

Anfangs habe ich den Plan fein säuberlich abgespult – kein Wunder, im Winter ist man für alles Dankbar was nicht bei Sauwetter stattfindet. So habe ich mich durch mind. 3 Serienstaffeln auf Netflix geguckt, während ich auf dem Rollentrainer die Einheiten abgespult habe. Nebenbei bin ich weiter brav gelaufen.

Inzwischen kann ich das so nicht mehr bestätigen. Den Plan greife ich hin und wieder, aber so richtig danach trainiere ich nicht mehr, ich musste die Zeit in den Fokus stellen. Also habe ich ein paar mehr Einheiten durch Laufen ersetzt oder bin einfach mehr Rad gefahren. Auch Bike2Work kann man immerhin mit etwas Tempo fahren. Dazu noch Einheiten auf der Rolle auf Zwift oder mit TrainerRoad. Letztlich erlebe ich beim Rad das, was ich Anfangs mit dem Laufen hatte. Hier was, da was und alles gut durchgemischt.

Erfreulicherweise scheint der Irrsinn aber doch zu funktionieren. Aber auch kein Wunder – immerhin trainiere ich ja fast durchgängig und vor allem die Grundlagenausdauer kommt auch vom Laufen.

Aber lassen wir doch mal Zahlen sprechen. Mit der bisherigen Saisonvorbereitung habe ich für meine Ziele und ganz speziell (weil ich mächtig Muffensausen habe) für die MSR300 folgendes Investiert:

Ich habe ca. 20.000 Höhenmeter mit dem Rad überwunden und 76 Trainings absolviert. Dabei war keines (Achtung #allebekloppt) länger als 120km.

Wenn ich das so auf mich wirken lasse, bin ich versucht zu behaupten ich bin gut vorbereitet. Allerdings fehlen mir Strecken und die Zeit wird immer weniger. Der für die nächsten 20 Tage ist Überschaubar.

Noch einen Halbmarathon laufen und dann am 17.05. eine letzte harte Einheit mit dem Rad beim Altstadtrennen in Nürnberg über 70km. Ansonsten so viele Radeinheiten wie ich noch in die wenigen Tage unterbringen kann und am besten noch einmal deutlich über 100km.

Was mich erwartet, ist für mich Neuland und ein Abenteuer. Wenn das Wetter mies wird, wird es richtig hart – aktuell mache ich mir noch ein paar Gedanken über die richtige Ausrüstung. Eine neue Regenjacke muss wohl her, da meine jetzige einfach zu groß ist und eher die Funktion eines Bremsfallschirms hat.

Das Rad wiederum läuft gut, da werde ich die nächste Woche noch die Schaltung etwas einstellen, aber das Evo rollt und rollt und macht mich damit einfach nur glücklich und zufrieden.

Wie immer eine Frage der Perspektive. Es gibt immerhin auch Leute, die starten in die Nacht und brauchen weit über 20h für die Runde, aber auch die kommen ins Ziel. Und nachdem ich inzwischen gelernt habe, dass das was ich da tun will unter den Begriff „Brevet“ fällt möchte ich mich dieser Prüfung stellen. Im schlimmsten Fall, habe ich die Schmerzen meines Lebens (es ist wirklich toll, welche unterschiedlichen Schmerzwelten Laufen und Radfahren bieten) im besten Fall, ein einfach unglaubliches Erlebnis nach über 300km im Sattel.

Aber es bleibt dabei, ich bin nervös – ich habe sicher nicht optimal trainiert – und ich hab keine Ahnung was auf mich zukommt. So sind wir modernen Menschen eben, irgendwo suchen wir immer ein Abenteuer. Meines startet in gut 20 Tagen.

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3 Comments

  1. Ich verstehe deine Vorbehalte sehr gut. ABER: Es ist ja nicht so, dass du dein Training komplett vernachlässigt hast. Du hast es überhaupt nicht vernachlässigt! Hier und da einen besonderen Lauf, da mal einen anderen Schwerpunkt – na und? Du hattest keinen Stillstand, keine Ausfälle, warst immer in Bewegung.

    Die MSR300 werden sicherlich ein Abenteuer und ich bin bestimmt nicht der Einzige, der glaubt, dass du das runterfahren wirst. Lass uns in ein paar Wochen nochmal darüber reden ;)

    Liebe Grüße und jetzt schon alles, alles Gute,
    Markus

    • Danke für die warmen Worte. Mein #mimimi kam vor allem auch aus den unheimlichen Muskelschmerzen, die ich nach der 2.000HM Tour hatte. So ein richtig langer Tourentag als Vorbereitung fehlt mir einfach und den werde ich auch nicht mehr nachholen können. Damit muss ich mich abfinden.
      Aber letztlich sehe ich es auch so, wie Du schreibst, die MSR300 ist weniger ein rein sportliches Highlight sondern eine Art Abendteuer ;-)

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