Post-Trainings-Phase

Laufband, Training, Hotel

wenn das Training nicht Training heisst, wird alles etwas einfacher

Psychologie ist schon ein komisches Ding, vor allem wenn man sich selbst dabei ertappt sich auszutricksen. Selbstverständlich ist bewusstes „sich selbst austricksen“ eines der großen Geheimnisse von Leuten mit hoher Motivation. Im positiven Sinne macht das Spaß… im negativen Sinne kann man sich damit allerdings erstklassig in den Wahnsinn treiben.

Nach dem verkorksten Februar und letztlich dem offiziellen Ende meiner Bemühungen den Hamburg Marathon dennoch anzugehen kam die Erkenntnis, dass mir der Sport in letzter Zeit nicht mehr wirklich Spaß gemacht hat. Aber klar… wenn man ständig müde, abgeschlagen und erkältet ist … verabschiedet sich die Form schnell. Da ich auch noch regelmässige Rückfälle hatte, war der ganze Februar ein „Neustart“. Diese Einheiten sind nie lustig. Puls hoch – Muskeln aus dem Tritt und im Kopf irgendwie noch wo anders oder schon wieder wo anders. Letztlich ist die verlorene Lust am Sport ein Symptom solcher Zeiten.

Zur geringen Motivation kam die Erwartung, bestimmte Rahmenbedingungen erfüllen zu können. Also z.B. wieder auf die 40WKM zu kommen oder regelmässig 4 Einheiten. Weder das eine, noch das andere trat sein. Was geholfen hat, war das Ende des Trainings. In so einer Situation war ich letztes Jahr schon mal – der Begriff Training ist bei mir mit bestimmten Erwartungen verbunden, aber statt zu trainieren hilft eben einfach Sport zu machen. Ziellos die Einheiten so abzuwickeln, wie es mir in den Kopf passt und vor allem zwischen Rad und Laufen so zu wechseln wie es mir gerade passt, habe ich ja letztes mal schon als tolle Alternative beschrieben.

Interessant ist, dass ich auf dieser Basis wieder richtig gut in Tritt gekommen bin. Der März geht sich trotz viel Streß im Job richtig gut an. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass sich zusammen mit dem aufkeimenden Frühling sogar meine Form wieder blicken lässt. Neben den Radeinheiten konnte ich diese Woche eine grausame Einheit auf einem klapprigen Hotellaufband (siehe Bild) unterbringen, ebenso wie ein Dauerlauf mit Endbeschleunigung und einem 10KM Tempodauerlauf gestern in 5:14 (beinahe ungewohnte Dimensionen).

Aber so wirklich zurück in der Sport-Normalität bin ich dennoch noch nicht. Aktuell muss ich jede Einheit irgendwo abknapsen. Es gibt keinen wirklichen Rhythmus, keine Zeiten in denen für Sport wirklich Platz ist. Wenn ich unterwegs bin, arbeite ich auch noch lange und muss mir erst mal lauffähige Wege suchen – was ohne Ortskenntnis bei Dunkelheit echt schwierig ist. Zuhause passt es dann auch nicht einfach in die Planung, immerhin muss die Abwesenheitszeit in den Familienterminplan passen. Was mir ziemlich abgeht sind die Läufe Wochenende Morgens. Da bin ich normalerweise los, wenn die Familie noch schläft und habe 1-2 Stunden meine Runde gedreht – die perfekte Gelegenheit die ganze Woche hinter einem zu lassen und mit gelöschtem Hauptspeicher ins Wochenende zu starten. Daran ist aktuell nicht zu denken, entweder ich bin zu müde weil mir Schlaf fehlt … oder es stehen eben Termine an, die mit meiner Rückkehrzeit kollidieren.

Naja, irgendwann wird es bestimmt auch wieder besser werden. Irgendwann habe ich pessimistisch auf Mitte Juni terminiert (das wäre echt der Super-GAU) im besten Falle stabilisiert es sich auch, wenn es wieder etwas heller wird und ich dann auch für mich einfacher zu Sporteinheiten komme. Letztlich bin ich aber bereit auch Mist in Kauf zu nehmen und auf alten klapprigen Hotellaufbändern zu laufen … wobei das ganze Hotel mich hören kann. Aufgegeben wird sicher nicht.

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