Haspa Marathon Hamburg 2013

T-207 – ich hab’s nun also doch getan

Haspa Marathon Hamburg Logo / erster MarathonT-207 ist kein neues Sportgetränk, sondern ein Countdown. Einer der bis ins Jahr 2014 reicht, soviel ist sicher! Aktuell ist das aber schon nichts außergewöhnliches mehr, ist es doch schon an der Zeit für die ein oder andere Veranstaltung im nächsten Jahr zu planen. Manche Läufe sind schnell ausgeplant, andere passen vielleicht gut zum Urlaubskalender o.ä.

Rechts sieht man schon, worum es hier geht – es prangt das Logo des Haspa Marathon Hamburg und es verheisst… naja was eigentlich? Gutes, weniger gutes? Auf jeden Fall verheisst es, das wird mein erster Marathon. Da wird sich jetzt der eine oder andere fragen: Ja warum nur? Hat der Typ aus dem Blog nicht behauptet, kein Mensch hetzt ihn? Warum denn jetzt auf einmal Marathon … Anfangs hieß es frühestens 2015? Hat der jetzt nen Knall? Muss er sich was beweisen? Hat der Größenwahn?

Tja, vielleicht habe ich das, vielleicht auch nicht. Die Teilnehmerzahlen am Berlin Marathon sprechen ja Bände, die Einlaufzeiten auch – die großen Marathonveranstaltungen werden immer langsamer, weil sie immer mehr und mehr zu reinen Großveranstaltungen mutieren und weniger als reines Sport-Event gelten. Die Wahrscheinlichkeit dass ich beim ersten Marathon diesem Trend Rechnung trage ist nicht gerade gering – dennoch sehe ich mich in einer anderen Ausgangslage als die „Mein Haus, mein Auto, meine Finisher-Medaillie“-Fraktion oder die „ich habe im Suff gewettet einen Marathon laufen zu können“-Glücksritter.

Jetzt schon der erste Marathon?

Die kürzeste Antwort darauf ist: „Weil ich überzeugt bin, es schaffen zu können!“. Das behaupten bestimmt auch viele von sich, die dann bei KM 30 aussteigen oder sich sogar beim Lauf verletzten … das möchte ich nicht abstreiten, aber ich kenne mich nun doch schon etwas länger. In meinem Umfeld bin ich im Regelfall nicht dafür bekannt Hau-Ruck-Aktionen anzuzetteln und unbedacht Dinge anzugehen. Im Gegenteil bin ich häufig der größere Zweifler als der Rest. Die Idee mit dem Marathon war ja schon da – darum auch der Namen des Blogs. Allerdings wollte ich es eben gerade NICHT so machen, wie man es in Laufforen oft liest – Wette verloren, einfach mal angemeldet, noch nie gejoggt usw. usw.

Mit Laufen habe ich angefangen mit dem Ziel gesund und verletzungsfrei zu laufen. Bisher klappt das sehr gut und das verändert sich auch durch mein Marathonziel nicht.

Gute oder weniger gute Gründe für meinen ersten Marathon!

Ein guter Grund es doch getan zu haben war auf jeden Fall der motivierende Faktor. Etwas, das bei mir schon immer funktioniert hat – meine Motivation funktioniert bei mittelfristigen schwierigen Zielen am besten. Eines kann ich schon vorweg schicken – ich nehme den Marathon nicht auf die leichte Schulter. Ich habe hier und heute mächtig Respekt vor der Distanz und bin mir bewusst, wie viel Trainingsaufwand über den Winter auf mich zukommen wird. Allein wenn ich schon an etwaige Ausfallzeiten durch Erkältungen denke (siehe Winter 2013) wird mir ganz anders.

Aber genau dort setzt schon der Vorteil der Anmeldung ein. Gemeldet bin ich schon seit kurz nach dem Anmeldestart und seitdem habe ich auch meine Bemühungen um ein konstantes Training verbessert. Das alleine wäre natürlich der blödeste Grund überhaupt, immerhin könnte ich einfach einen Marathontrainingsplan schnappen und den abtrainieren … dennoch aber erst ein Jahr später starten, oder gar nicht?

Ich hab’s trotzdem gemacht

erster Marathon

Haspa Marathon Hamburg 2013
Fotonachweis Hochzwei

Gemacht habe ich es trotzdem, vielleicht sogar wider besseren Wissens? Ich erfülle gerade mal so die Mindestkriterien die viele Laufexperten für eine Marathonteilnahme nennen (1½-2 Jahre Lauferfahrung, mind. 40-50 WKM im Jahresschnitt).

Ich bin mir bewusst, dass ich die Wochenumfänge auf bis zu 80WKM steigern werde; ich bin mir bewusst, dass das ganze mehr Zeit kostet als mein jetziges Training; ich bin mir bewusst, dass ich im Mittelgebirgswinter Einheiten absolvieren muss, vor denen ich mich im letzten Jahr sicher gedrückt hätte; ich bin mir bewusst, dass ich mein Alternativtraining (Rumpfstabi & Co.) intensivieren muss… all das ist mir klar … und all das nehme ich in Kauf.

Ich sehe die Anmeldung und die Vorbereitung als Experiment. Letztlich tritt man bei seinem ersten Lauf über eine Distanz nur gegen sich selbst an. Es gibt keine objektive Zeit zu schlagen (so lange man die Hochrechnungen aus den Unterdistanzen ignoriert) – man muss nur mit sich selbst klar kommen. Letztlich ist es ein kalkulierbares Risiko. Die Chance nicht zu finishen ist da – OK, das würde mich persönlich hart treffen. Die Chance länger als 4 Std. zu brauchen ist sogar groß – das wäre mir wahrscheinlich nach 1-2 Tagen total egal (wenn überhaupt). Die Chance mich beim Lauf zu verletzen sehe ich eher gering.

Nur dass ich hier in meinem Blog offen darüber schreibe, bringt einen kleinen Druck. Immerhin kann jeder ab sofort in meinen Beiträgen zum Marathon nachlesen, was ich so tue. Warum ich es tue und wie es mir dabei geht. Ich bin selbst auf mein „Experiment Marathon“ gespannt. Für routinierte Marathonis sicher ein Graus – aber vielleicht für Leute die vor der gleichen Entscheidung stehen ganz interessant? Ob ich letztlich ein gutes oder ein schlechtes Beispiel abgeben werde, zeigt sich dann am 04.05.2014.

Das Tor zur Welt – ich komme

Haspa Marathon Hamburg 2014Das es ein Frühlingsmarathon ist hat übrigens keine großen Hintergründe. Klar Herbst 2014 hätte noch mehr Trainings bedeutet und die Sicherheit vernünftig zu finishen wäre größer, allerdings habe ich mir eine Saisonplanung zurechtgelegt die besser funktioniert wenn der Marathon am Anfang steht.

Das es Hamburg sein „muss“ ergab sich daraus ja fast von selbst. Die anderen Marathonläufe im Frühling finden in – für mich – eher uninteressanten Städten statt. Ich mag Hamburg sehr, war schon unzählige male beruflich dort und dieses Jahr mal wieder zum Urlaub mit der Familie. Die nehme ich auch 2014 mit, wir werden ein verlängertes Wochenende daraus machen. Allein schon damit ich ggf. jemand habe der mich nach dem Marathon irgendwo hin bewegen kann ;-)

Wie es weiter geht, welche Planung ich habe, wie ich mich jetzt schon vorbereite und mit welchem Trainingsplan ich den Hamburg Marathon 2014 angehen möchte … all das folgt. Guckt einfach auf die Beiträge mit dem Countdown… T-207

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7 Comments

    • Vielen Dank – das hoffe ich natürlich auch. Aktuell herrscht auf jeden Fall noch mächtiger Respekt vor der Distanz und so lange die erhalten bleibt, bin ich guter Dinge.

  1. Na, das hatte sich ja – mehr oder weniger subtil – in deinem Saisonrückblick schon angedeutet. Glückwunsch zu diesem Entschluss!

    Ich mag diesen Blog nicht nur wegen Deines feinen Schreibstils (und weil ich einfach zum Thema Laufen alles verschlinge, was mir vor die Augen kommt), sondern auch, weil ich Parallelen zu meiner eigenen Laufkarriere erkenne. Macht Spaß!

    • Das freut mich zu hören, es war ja auch meine Intention gerade so eine „Spätstarterkarriere“ wie meine aufzuschreiben. Ich glaube ein großer Teil fängt relativ spät an und hat eben mit anderen „Problemen“ zu kämpfen und läuft vor allem in einer Leistungsklasse die der ein oder andere schon ohne Training erreicht… aber deswegen heisst das ja noch nicht, dass man da nicht weitschweifende Blogs drüber schreiben kann ;-)

  2. Ich wünsche dir eine gute Vorbereitung! Dass du die „Anforderungen“, die die Experten nennen, nur gerade so erfüllst, musst du gar nicht so pessimistisch sehen. Denn immerhin erfüllst du sie. Die Spaß-Fraktion ist davon ja immer weit entfernt.

    Bis Hamburg ist noch genügend Zeit, um dich ordentlich in Schuss zu bringen.

    • Da hast Du recht, als Anfänger lässt man sich da doch sehr leicht beeinflussen und von „den Großen“ einschüchtern. Im RW-Forum tobt aktuell mal wieder ein Thema dazu wann ein Marathon eigentlich einer ist – davon lasse ich mich doch leicht anstecken, aber auch die Sub3-Läufer haben irgendwann eben mal ihren ersten absolviert und einige davon sicher mit einer genau so „dünnen“ Basis wie ich… ausserdem hab ich ja (wie schon im Blog erwähnt) wirklich nicht viel zu verlieren.

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