unendlich

T-unendlich? … vorerst?

Ich zitiere den großen Buzz Lightyear: „Bis in die Unendlichkeit… und noch viel weiter!“. Wie man sehen kann, ist das hier ein Blogbeitrag unter der Kategorie Marathon, eine Kategorie die es hier seit dem 9. Oktober 2013 gibt und die ich eigentlich jetzt schon wieder einmotten könnte.

Mit dem letzten Beitrag habe ich den Schlußstrich unter meine HASPA-Marathon Teilnahme gezogen. Inzwischen ist die Wohnung für das Marathon-Wochenende storniert. Das Pokerspiel um den Marathon hat mich ganz schön was gekostet, dafür hätte ich neue Schuhe und ein zwei kleinere Teile für mein Laufequipement bekommen… aber was solls.

Den Startplatz habe ich schon wieder zurück gegeben und werde die nächsten Tage versuchen jemanden zu finden, der nicht bereit ist 96 EUR als Nachmelder zu zahlen. Hier geht es hoffentlich mit ein paar 10 EUR aus. Monetär kann ich den „Schaden“ der entstanden ist also ziemlich genau beziffern, dazu kommt die Delle in meinem Ego.

Offensichtlich für Aussenstehende ist es nicht. Immerhin habe ich ja eine Vielzahl an Leuten an meinen Plänen teilhaben lassen, klar am 9. Oktober war die Welt noch anders, da hatte ich noch mehr Freizeit. Inzwischen fragen mich viele Leute wo ich denn im Trainingsplan stehe. So ist das eben – aber damit komme ich gut zurecht. Das ist hier auch nicht mein erste Blog und der erste war auch bekannt dafür, dass man darin gescheiterte Themen nachlesen konnte. Dazu stehe ich. Also erkläre ich auch den Kollegen im Umkreis, das ich am 4. Mai nicht in Hamburg laufen werde.

Manchmal bekomme ich ungläubiges staunen – warum ich denn die Planung nun sausen lasse? Da merke ich die Diskrepanz zu dem was für mich „mein Sport“ ist und für andere nur so eine Beschäftigung. Es gibt Leute die auf 5 Stunden den Marathon anlaufen und nach 10 km und 30 km jeweils eine Ibuprofen einnehmen um den Lauf zu durchstehen. Dazu fällt mir nicht viel ein … außer, dass ich so nicht bin und sein möchte. Ich laufe für mich ganz alleine, nicht für Kollegen, nicht für andere. Ich habe gern einen Plan (auch wenn ich nicht gern nach selbigen trainiere) und ich erreiche gerne ein Ziel, dass mir etwas Wert ist.

Darum auch kein Trennungsschmerz vom Marathon, auch wenn es auch weniger offensichtlich ganz gut läuft. Ich habe zum zweiten mal dieses Jahr meine 10K Bestzeit verbessert, das letzte mal sogar noch relativ locker. Die Vorgaben für den 3:45 Marathonplan hätte ich schon erreicht – der passende Halbmarathon in 1:46 wäre immerhin theoretisch möglich, wie es wirklich aussieht kann ich nächste Woche testen.

Unter der Oberfläche sieht es allerdings anders aus.

Ich komme dieses Jahr auf 35 Stunden und 46 Minuten Lauftraining und 36 Stunden und 56 Minuten Radtraining. Also 72 Stunden und 42 Minuten Training dieses Jahr. Somit war ich 2014 schon mehr Zeit im Auto gesessen um zu Geschäftsterminen zu reisen als ich gelaufen bin, oder ich habe mehr Zeit in Telefonkonferenzen verbracht als ich auf dem Rad saß. Ganz witzig ist, dass ich dieses Jahr mehr Überstunden haben verfallen lassen, als ich insgesamt Sport getrieben habe.

Klar, diese Vergleiche hinken teilweise und sind vor allem eins: trotzig. Irgendwo da draußen gibt es Leute, denen es nicht anders geht. Aber das ist eben mein Blog mit meiner Sicht auf die Dinge – und diese Vergleiche machen für mich einiges deutlich, nämlich, dass aktuell eine schlechte Zeit ist solche Pläne wie einen Marathon anzugehen. Es ist nicht so, dass ich letztes Jahr keine Überstunden hatte, aber so ein Verhältnis wie oben beschrieben gab es damals nicht.

Darum auch der Titel. Kein Countdown mehr, sondern die Frage wann es wieder ein Countdown wird? Herbstmarathon … klar, wäre einfacher machbar, aber aktuell habe ich Zweifel, wie sich meine Freizeit überhaupt und deren Verfügbarkeit im speziellen entwickeln wird. Möchte ich dieses Jahr noch mal so einen Schiffbruch erleiden? Letztlich hängt am Marathon nicht mein Herz – auf den kurzen Distanzen habe ich noch genügend Potential und letztlich bieten mir 10K und HM sogar mehr Potential besser zu werden als einfach nur einen Marathon zu finishen. Dazu kommt, dass ich den Rennrad-Sport für mich entdeckt habe – allerdings ist dieser auch zeitaufwändig, regelmässige Ausfahrten sind nicht drin, dennoch gibt es Dinge die ich hier erreichen möchte (1.000HM pro Tour, 80km, 90km, 100km usw. usw. – bestimmte Strecken usw.).

Also lieber kein Marathon 2014 – lieber kein Frühjahrsmarathon 2015. Die vielleicht größte Herausforderung in der jetzigen Situation ist eher, den Sport in die Zeitspanne zu bekommen, die mir frei zur Verfügung steht.

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