Filmplakat The Unknown Runner

The Unknown Runner – Filmbericht

The Unknown Runner, nein das bin nicht ich … also ich könnte es schon sein denn unknown bin ich auf jeden Fall. Allerdings wird sich wohl kein Filmteam der Welt dazu durchringen können, meine Trainingsbemühungen auf Film zu bannen um letztlich eine sehr schöne Dokumentation auf den Markt zu bringen.

Pünktlich zum Berlin Marathon 2013 feierte der Film in eben dieser Stadt am 25.09. seine Premiere. Nun wurde das Projekt teilweise per Kickstarter finanziert (wenn auch leider nicht sehr erfolgreich) und somit muss niemand bis nach Berlin reisen, sondern kann den Film direkt im Internet kaufen oder leihen. Genau das habe ich nämlich auch getan, nachdem mir der Trailer bereits gut gefallen hat.

 
Trailer The Unknown Runner from The Unknown Runner on Vimeo.

Der Film begleitet den letztjährigen Dritten des Berlin Marathon, Geoffrey Kipsang auf seinem Weg vom Pacemaker für Haile Gebreselassi bis zu seinem Debüt in 2012. Der Hintergrund des Films ist selbst vielen Laufsportlern klar, fragt man auf der Straße nach dem Weltrekordhalter über 100 Meter kennt jeder Usain Bolt, aber wer kennt schon Patrick Makau? Das Filmteam begleitet also einen dieser Namenlosen Pacemaker, einen dieser vielen exzellenten kenianischen Sportler, der wahrscheinlich selbst beim Berlin Marathon die wenigsten kennen.

Dabei erhält man in sehr hochwertigen und tollen Aufnahmen einen Eindruck über das Leben im Trainingscamp und wie tief der Laufsport in der kenianischen Kultur verankert ist. Dort wird deutlich kompetitiver gelaufen, immerhin bieten die Preisgelder der großen Läufe auch viele Chancen für die Athleten.

The Unkown Runner hat mich etwas an eine Reportage Stadt der Läufer erinnert,  die ich vor kurzem auf Arte gesehen habe. Dort wurden zwei Mädchen auf den Weg in Laufsport-Camps begleitet, allerdings hatten die (weil eben noch jung und keineswegs Weltspitze) mit vielen Problemen zu kämpfen. Es wurde klar, dass manche dieser Camps purer Drill sind und sicher auch den Hintergrund haben, schnell viele wettbewerbsfähige Läuferinnen und Läufer zu produzieren … mit hohem Verschleiß.

Dieser Film ist aber auch „großes Kino“. Kritische Töne oder einen wirklich tiefen (!) Blick hinter die Kulissen bekommt man nicht zu sehen. Man erlebt einen der weltbesten Läufer beim Training, in seinem Camp, wo er her kam und was ihn bewegt. Man leidet mit, wenn er dritter wird aber das keineswegs so positiv sieht, wie man es erwarten kann – kurz und gut – man lernt einen dieser unbekannten Athlethen etwas besser kennen.

Für Läufer ist der Film auf jeden Fall zu empfehlen. Für 7,99 USD kann man sich den Film eine Woche auf Vimeo leihen oder für 13,99 USD kaufen. Das ganze kostet keinesfalls mehr als ein Kinobesuch. Dafür bekommt man einen hochwertig produzierten Film (in Englisch mit Englischen Untertiteln) und einblick in die Profiliga unserers allerliebsten Hobbysports.

Posted in Drumherum.

5 Comments

    • Ich habe wirklich lange gesucht, denn ich wollte die Reportage gleich direkt verlinken, aber leider kann mir weder die Arte-Seite noch Google weiterhelfen. Die Reportage habe ich irgendwann im Sommer über die Mediathek gesehen.
      Wenn ich noch etwas herausfinde reiche ich es nach.

  1. Für mich ist immer wieder erstaunlich welches Potential in einem Menschen steckt. Wenn man sieht, dass man mit viel Fleiß und Ehrgeiz aus der Armut entfliehen kann und dies auch vielen gelingt, dann wird einem erst bewusst, wie satt unsere Gesellschaft hierzulande ist.

    • Da hast Du recht Gerd, allerdings stellt sich mir auch immer die Frage, wie viele Menschen/Talente da wohl „auf der Strecke“ bleiben – Leute die in Deutschland die nationale Spitze in Grund und Boden laufen würde, aber gegen die Landsleute nicht ankommen.
      Beim Seenlandmarathon am Brombachsee vor 2 Wochen mit einem Preisgeld von je 500 EUR sind als Nachmelder auch eine Frau und ein Mann aus Kenia aufgetaucht und haben abgeräumt – bei aller „Romantik“ die das ganze hat, erscheint es mir auch befremdlich als Wander-Sportarbeiter durch fremde Länder zu tingeln um 500 EUR Preisgeld einzustecken.
      Hat eben alles seine zwei Seiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*