Wind of change

So lange war es hier auf Endurange.com schon lange nicht mehr still, nicht mal, als ich viele andere Dinge ausser Sport gemacht habe (bzw. machen musste). Dafür gibt es Gründe, mehrere sogar. Der Witz an der Geschichte ist, diesen Beitrag hier – den ihr hier gerade lest – den gibt es schon relativ lange. Ich habe ihn schon vor ca. 4,5 Wochen angefangen zu schreiben und zwar genau mit diesem Titel. Ein großer Teil war schon geschrieben und ich werde ihn an der ein oder anderen Stelle sicher weiter verwenden, aber ehrlich gesagt… er stimmt nicht mehr ganz, deswegen schreibe ich eben diese Zeilen dazu.

Deswegen zitiere ich hier mal aus dem „alten“ Wind of Change

So lange still, wie die letzten Wochen, war es hier im Blog schon lange nicht mehr … und dann kome ich gleich mit diesem unsäglichen Skorpions Titel wieder. Schlimm, nicht wahr?

Aber der Grund dafür, dass ich mich hier rar gemacht habe sind Veränderungen und Veränderungen sind in letzter Zeit in vielen Bereichen ein Thema für mich gewesen.

Mein neuer Freund, das Netz in der Leiste, war da nur das Ende von vielen Veränderungen, aber auch der Anfang. Ein typisches Kennzeichen wenn etwas neues passiert, es gibt Sachen die enden und wiederum andere starten.

Zusammen mit dem Netz konnte ich wieder starten, aber was die Monate zuvor geschehen ist hat mich verändert. Einerseits ganz deutlich in meiner Art zu trainieren. Ich habe mir einige Gedanken gemacht und bin schon vor einiger Zeit zum Schluß gekommen, dass ich nicht mehr nach Peter Greif trainieren möchte. Nicht weil das Training nicht funktioniert hätte – ganz im Gegenteil. Ich habe jede (!) Bestzeit mit dem Greif-Plan nach unten gedrückt. Ich bin im Training Leistungen gelaufen, von denen ich nie dachte, sie ohne Wettkampf umsetzen zu können … aber ich habe gemerkt, dass meine Sportkrise diese Art zu laufen akut in Frage gestellt hat.

Das war der Anfang meines Gedankenganges. Veränderung treten ins Leben ein. Oft genug finden wir Menschen Veränderungen blöd, denn sie treiben uns aus unserer Komfortzone. Die Komfortzone zu verlassen ist für uns Ausdauersportheinis vielleicht Teil des Hobbys, aber tendenziell ist es für Menschen nicht erstrebenswert ständig etwas zu verändern.

Durch die weiche Leiste war ich gezwungen etwas zu verändern, das war teilweise ein recht schmerzhafter Prozess, der im Rückblick dazu geführt hat, Dinge zu ändern die mich hier und heute zufriedener machen, die mich tatsächlich stärker machen (mental aber auch körperlich) und die mir eine gewisse Ruhe im Hinblick auf Veränderungen ermöglicht hat.

Aber was ich da schon angekündigt habe ist Realität geblieben, meine Art zu trainieren hat sich geändert (erstmal generell) – in der Zwischenzeit noch ein Stück mehr, dazu aber gleich noch ein paar Worte. Deswegen der nächste Absatz aus meinem ursprünglichen Beitrag zum Thema Trainingsplan.

Bye bye Greif

Knapp zwei Jahre trainierte ich nach Greif. Ich erinnere mich an 18km lange Tempowechselläufe die ich auf Dienstreise quer durch Pforzheim gelaufen bin, immer Nachts, bei Schweinewetter. Ich erinnere mich Tempoflexläufe und an Strava CR bei Intervallen. Ich erinnere mich an 35er mit Endbeschleunigung die doch irgendwie gingen. Das Greif Training hat mich stets mental sehr gefordert, weil ich nicht der Typ bin, der sich im Training quält, mit Greif habe ich gelernt auch im Training meine Fähigkeiten auszuloten und kontrolliert Grenzen zu versetzen anstatt stets bequem unterwegs zu sein.

Auch wenn alles in einer Verletzung endete, mit Greif hat sie nichts zu tun, die Leiste war die Schwachstelle. Die 260 Monatskilometer haben vielleicht dazu beigetragen, dass alles früher zu Tage trat.

Aber ich hatte einfach keine Lust mehr wieder einzusteigen, wer nicht voll einsatzfähig ist, hat bei Greif keinen Spaß. Da geht es darum an die Grenze zu gehen und harte Einheiten zu absolvieren. Diese Einheiten machen stark, aber nur wenn man schon stark ist. Nun ist der Plan gekündigt und ich folge gar keinem TP. Für den Berlin Marathon habe ich mir  Steffny-Pläne von 3:59 bis 3:29 zurecht gelegt. Wie es da weiter geht, mal sehen?

Ein kleines Gerüst bietet so ein Plan schon, aber ich bin aktuell noch (und vielleicht auch viel länger) weit von dem Drang weg, trainieren zu müssen. Etwas tun zu müssen und dann noch in besonderen Vorgaben. Wenn ich etwas in den letzten Jahren über Trainingsplanung gelernt habe, dann das man Ziele auch erreicht wenn man Pläne nicht akribisch verfolgt.

Greif selbst schreibt, wenn man 8km am Stück laufen kann, sollte man einen Übergangsplan bestellen. Nach 4 Wochen geht man in den Jahresplan über. Es gibt gar keine greifbaren Gründe gegen Greif – nur ein Bauchgefühl, dass das alles nicht mehr passt.

Ich habe viel gelernt und ich kann inzwischen im Training und im Wettkampf die Grenzen leichter verschieben – wie sonst hätte ich ohne Training die 46:xx 10er laufen können. Auch am Rad merke ich es, auf dem Rollentrainer ging ich dieses Jahr so weit, dass ich beinahe vom Rad gekippt wäre. Ich habe gelernt zu pushen, ich habe gelernt welche Möglichkeiten Training bietet und neue Trainingsreize probiert. Ich möchte aber auch Pläne einhalten können. In meinem GarminConnect befinden sich noch Greif-Einheiten, die ich sicher irgendwann mal wieder nutzen werde, aber nicht mehr als Jahresplan. Haken dran.

Blackroll, Yoga & Co.

Unter diesem Punkt wollte ich dann aufzählen, was ich stattdessen so gewonnen habe. Wegen der Verletzung, wegen der Bereitschaft etwas zu verändern und neues auszuprobieren. Diesen Absatz zitiere ich mal nicht, denn er ist tatsächlich Großteils etwas zum Opfer gefallen.

Die letzten Monate waren aber dennoch eine Offenbarung. Auch wen ich „leicht joggen“ konnte, die einseitige Belastung hat ihre Spuren hinterlassen. Dank Leopardenbuch & Co. konnte ich das recht gut in Griff bekommen.

Dazu stand/stehe ich regelmässig früher auf um Yoga zu machen. Anfangs fast jeden Tag 30 Minuten, inzwischen eher 15 – mir fehlt leider der Antrieb. Aber 3x in der Woche bin ich auf jeden Fall dran, jedes mal mehr zählt als Plus.

Ich habe gemerkt was möglich ist, wenn man regelmässig seinen Körper fordert. Nicht nur im Bereich Ausdauer. Ende letzten Jahres war es die Kraft, jetzt der Flex. Ich bin eher der unbewegliche Typ, vorher konnte ich bei der Frontbeuge mit ca. 5-10cm von Fingerspitze bis zum Boden rechnen. Irgendwo auf der Hälfte der Schienbeine war Schluß und plötzlich kam ich mit den Fingerspitzen auf den Boden. Das ist und war in vielen Bereichen spürbar und ist ein tolles Gefühl.

Deswegen blieb und bleibe ich bei Yoga – noch nie fiel es mir so leicht freihändig mit dem Rennrad zu fahren, als Anfänger ist das eine echte Herausforderung. Auch beim Laufen ist die Kraft im Rumpf spürbar. Yoga verfolge ich ohne großen spirituellen Hintergrund, für mich ist es eine Art Sport, aber doch etwas mehr.

Inzwischen meditiere ich hin und wieder um genug Abstand zu finden und nutze Yoga ergänzend. Nicht nur für die Bewegung und den Körper zu fordern sondern dem Geist einen Ruhepol zu geben. Super spannend das ganze. In den ca. 2,5 Monaten in denen ich Yoga mache kann ich eines sagen, mehr innere Ruhe führt zu mehr äußerer Ruhe. Es gibt sogar Kollegen die mich nach einer bestimmten Nachricht anriefen, wie sehr ich mich denn aufgeregt hätte… und dann  perplex sind, dass ich mich gar nicht aufgeregt habe. Wundertüte.

Der äußere Schweinehund

Alles was danach im Beitrag war, habe ich nun gelöscht. Ich habe es ja schon angedeutet, hier und da klemmt es.

Der Verzicht auf Greif ist das eine, aber aktuell verzichte ich quasi völlig auf Training. Nachdem ich im Wiedereinstiegsmonat Mai ein wahnsinnig hohes Pensum abgerissen habe, ist inzwischen sämtliche dazu gewonnene Form leider wieder vergangen.

Anfang Juni hatte ich einen Infekt, mit dem alles begann – und dann kamen sie wieder, die Veränderungen. Der ein oder andere Twitter-Follower hat es live erlebt. Im Job kamen Veränderungen, die mich erst mal kräftig gefrustet haben. Ich habe für mich sämtliche Energie gebraucht um das alles in den Griff zu bekommen.

Energie die für Trainingseinheiten fehlt, auch wenn ich weiß, dass ein schöner lockerer Lauf den Kopf frei machen kann. Leider vergriff ich mich – mal wieder – dank Frust auch an Süßkram. Der Damm bricht und schon wird Zuckerzeugs wieder zum Alltag. 2,5kg mehr klingt für den ein oder anderen wenig, aber mein Gewicht ist normalerweise recht konstant, das ist deutlicher Zuwachs (auch konstant), nicht nur auf der Waage sondern auch vor dem Spiegel.

Inzwischen ist der Frust verdaut, die Gespräche sind geführt, die Veränderungen eingeleitet. Ich habe mich arrangiert und sehe auch die Chance für mich im Job wieder mehr Herr meiner Zeit zu sein, mehr eigenständig zu arbeiten und der Frustfalle zu entgehen. Von 20/80% Außen- zu Innendienst wechselt mein Job zu 80/20% – ich bin freier in meiner Zeiteinteilung und werde mehr im Homeoffice arbeiten. Alles Dinge, die mir mehr Möglichkeiten geben zukünftig mein Hobby neben der Familie auch mit dem Job zu arrangieren. Ich bin ehemaliger Fernstudent, ich weiß was es heißt Abends oder Morgens zu arbeiten – und wusste das auch immer zu schätzen.

Aber wie es eben so ist, nichts fällt vom Himmel. Neues Team, teilweise neue Mitarbeiter. Da gilt es viele Gespräche zu führen, mehr zu reisen, erstmal mehr Energie reinstecken um dann eine funktionierende Organisation zu haben. Meine Zufriedenheit im Job ist schon spürbar gestiegen, die Früchte ernte ich aber in der Freizeit momentan noch nicht.

Wir meinen ja gerne Multitasking wäre etwas tolles. Betrachtet man es als Multi-Energieaufteilung sieht man was passiert. Ich stecke gerade mehr Energie in den einen Bereich, dafür bleibt weniger für den anderen.

Diese Woche fuhr ich meine Laufsachen 4 Tage durch Deutschland, ich bin einmal 5km gelaufen. Diese Woche fuhr ich meine Yogamatte 4 Tage durch Deutschland. Ich habe sie 0x ausgepackt. Das sind Dinge die ich mir wieder angewöhnen möchte, die ich auch unterwegs nutzen möchte. Aber Angewohnheiten aufbauen, geht am besten in einer Lage der Stabilität.

Ich bin positiv, dass ich das wieder schaffen werde, dass ich wieder eine Sportroutine entwickeln werde – denn das schaffte ich auch zu deutlich „schlimmeren“ Zeiten, als ich mit viel Frust unterwegs war. Aber alles zu seiner Zeit.

Das ist sicher eines der Dinge, die ich durch die Leiste gelernt habe – langsamer vorgehen, geplanter und in der richtigen Reihenfolge. Aber die Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Machen wir uns nichts vor, aktuell ist es nicht nur der äußere Schweinehund, es ist auch der innere. Ich könnte mich auch zwingen täglich zu laufen, nach 1-2 Wochen bin ich wieder drin, aber ich habe gelernt, dass meine Kräfte nunmal doch endlich sind. Nicht weil ich uralt bin, aber tatsächlich kamen mir in den letzten Wochen öfter Gedanken, dass ich vor 5-6 Jahren so eine Situation anders weggesteckt hätte, sicher nicht schlauer, aber anders.

So nahm ich mir eben jetzt die Zeit, ein bisschen zu sporteln – aber auch Ruhe zu suchen und ein paar Stunden länger zu schlafen oder auf der Couch zu liegen.

Wenn der Dickkopf nicht wäre

Alles schön und gut, aber der Wind of Change weht aktuell durch viele Bereiche in meinem Leben. Die Zeit läuft aber weiter. Als Dickkopf vom Dienst habe ich mich dieses Jahr erst dem Radfahren verschrieben um dann doch noch Laufwettkämpfe drauf zu packen. Aktuell hab ich vor der Brust:

  • Rad am Ring 4-er Team
  • Frankenwald Radmarathon 210km
  • Cyclassics Hamburg 155km
  • Heldenlauf Hamburg HM
  • Berlin Marathon

Die Zeitspanne, in der das alles stattfindet sind 8 Wochen. Das wäre die Chance, etwas irrer zu tun wie schon im Mai 2015 – aber damals war mein Ökosystem ausgeglichen. Es gab kaum äußere Einflüsse und ich hatte eine extrem gute Trainingsbasis.

Ich habe mich die letzten Tage immer wieder mit dem Thema beschäftigt, was ich tun kann und möchte. Ich fühle mich mir selbst verpflichtet mich an meine Ziele zu halten, ich fühle mich aber auch den Leuten verpflichtet mit denen ich gemeinsame Ziele gefunden habe.

Hier und heute, fehlt mir eine solide Radform und Laufform war 2016 eh noch nie da. Für alle diese Events gibt es Menschen die massiv trainieren, das muss man nicht. Im hinteren Feld kommen Menschen an, die nichts anderes machen als ohne spezifisches Training solche Events zu finishen. Nicht spektakulär, nicht schnell… aber wahrscheinlich trotzdem mit Spaß.

Der Gedanke treibt mich eben um – was kann und soll ich tun mit dieser Situation umzugehen.

Auf der Hand liegt, dass 5x Vollgas wohl dazu führen würde, dass ich bald gar keinen Sport mehr machen möchte. Die Optionen wären je nach WK-Art

Canceln – auf geringere Distanz ummelden – langsamer machen … oder die Kombination aus zweitem und dritten.

Dazu werde ich nochmals in mich gehen, vielleicht auch eine Folge der Leiste – mit dem Kopf durch die Wand ist keine Option mehr. Ich möchte Spaß am Sport haben und wieder einen Modus finden, an dem ich mein leicht beklopptes Trainingspensum fahren kann aber nicht mehr auf biegen und brechen. Die große Herausforderungen sind die nächsten 10 Wochen … ich bin gespannt wo mich die Reise hinführt.

Posted in Drumherum.

10 Comments

  1. Hallo Daniel,

    bemerkenswerter Artikel. Ehrlich, transparent und gefühlvoll. Viel gibt es nicht hinzuzufügen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass man mental fitt sein muss, um Trainingsreize aufnehmen zu können/wollen.

    Und dein Programm ist eine echte Hausnummer, vor allem aufgrund der Belastungen. Rad an Ring im 4er ist schon was, der Frankenwald Marathon ist ne Woche spöter richtig? Cyclassics Hamburg ist geschenkt, da die Strecke ja topfeben und kurz ist.

    Wenn du das mit den richtigen Intensitäten angehst, dann wäre aber zumindest die Grundlage für das Laufen zurück. Und du müsstest dir zwischen den Events während der Arbeit keine Gedanken uns Training machen, da ja Regeneration bei dem Programm wichtiger ist :-)

    Ich hoffe wir lernen uns beim Frankenwald Marathon kennen. Gerne begleite ich dich zur Not auch auf der kürzeren Strecke. Hauptsache du kannst mitfahren!

    Viele Grüße
    Daniel

    • Deswegen blogge ich gerne und deswegen finde ich den #Twitterbiketreff bzw. #Twitterlauftreff so erfrischend, für die andere Sicht der Dinge. Die von Dir erwähnte Herangehensweise hört sich gut an auch wenn Rad nie laufen ersetzt, aber der Weg wird zum Ziel. Ob ich beim FRM noch ummelde, keine Ahnung, ausgeschlossen ist es nicht mehr. Wenn nach 100+x KM die Luft aus ist und ich euch als Gruppe ziehen lassen müsste, wäre das ja auch schade, entschieden wird das aber erst Anfang August und nicht jetzt.

      Ich bin mir sicher, dass ich am Ende auf das – was ich dann tun werde – mit Zufriedenheit zurückblicken werde. Die wenigen WK-Momente dieses Jahr waren es schon Wert.

  2. Das Leben besteht aus Veränderung, Daniel. Aus dem Loch, aus der Ablehnung bist Du in die Verwirrung und die Findung gelangt, hast Neues gelernt … und der Zyklus geht immer weiter.
    Freue mich, wieder mehr von Dir zu lesen, v.a. wie Du das mit dem Flex hin bekommen hast. Ich bin so steif , dass ich mich gar nicht trauen würde, mit Yoga zu beginnen.
    Wie bist Du da vor geganen? Vielleicht habe ich dann einen Plan für Herbst/Winter.
    Beste Grüße
    Claude

    • Hi Claude, ich kann Dir – wie so vielen in meiner Timeline – nur die Yoga Studio App empfehlen. Der einzige Punkt, sie ist in Englisch, aber wer sich nur damit beschäftigt und noch keine anderen Erfahrungen hat, lernt die Asanas eben in englisch kennen.
      Die Videos sind sehr gut und die Einsteiger Variationen machbar. Man muss sich nur davon verabschieden, die Bewegungen genau so ausführen zu können wie die nette Dame auf dem Bildschirm, es gibt aber zu fast allen Übungen eine Erklärung die auch Wege für Anfänger berücksichtigt.
      Einfach mal angucken, die App kostet zwar, es gibt aber kein Abomodell oder ähnliches. Wenn man sie einmal gekauft hat, hat man alle Übungen direkt an Board und kann alles was man braucht herunterladen um offline yogan zu können.

  3. Da isser ja wieder :-) Und klingt nicht nach „ganz aufhören“, wie es der Titel mich erst glauben ließ… Dein Programm für acht Wochen finde ich schon heftig, gerade wenn Du von anderen Themen absorbiert bist. Umbruch im Job, das kann so viel Energie ziehen. Und auch wenn man nicht vorne mit rennt und fährt, die Belastung ist doch da? Andererseits scheinst Du ja gerade ein feines Gespür zu entwickeln, was geht bzw, was Du willst und was nicht. Möge es nützen!

    Und das mit den endlichen Kräften… ich glaube, es geht im Leben mit den Jahren immer mehr darum, Prioritäten zu setzen. Weil wir als Menschen eben insgesamt endlich sind…

    Und damit der Kommentar jetzt nicht gar so trist endet: Kann Dir bitte was abnehmen von den Radfahrsachen!! ;-) – Viel Spaß bei allem!

    • Nachdem ich meine Leistenprobleme bekommen hatte – ohne noch zu wissen was das ist – hörte ich mir ja mindestens einmal in der Woche an, dass man ab Mitte 30 eben abbaut und Schmerzen so langsam dazu gehören würden. Der Höhepunkt war mein Arzt (seines Zeichens Sportmediziner) der mir quasi das gleiche sagte. Mitte 30 solle man sich vom joggen verabschieden. Vielen Dank dafür.

      Aber während ich im Training gewillt bin und es gefühlt auch kann, mehr an die Grenzen zu gehen… so bin ich im Job immer weniger dazu bereit. Komische Sache nicht wahr. Als Außendienstler fuhr ich früher mehr KM und übernachtete weniger – wofür? Um daheim zu sein … prima wenn man platt auf der Couch liegt. Dann lieber übernachten und locker Zuhause ankommen. Das nur so als Beispiel. Aber nicht nur die Vernunft bremst, sondern auch das Gefühl nicht mehr ständig nur Vollgas geben zu müssen.

      Ich meine gelesen zu haben, dass die erste Hälfte des 4. Lebensjahrzehntes die stressigste ist. Festigung im Job, Familie und erste nachlassende Körperkräfte. Tja, vielleicht ist da was dran. Dann hab ich das ja jetzt überstanden :-)

      Ansonsten: Ich teile ja gerne, aber den Blödsinn hab ich mir selbst eingebrockt, irgendwie krieg ich das schon hin :-))

      • Daniel, das ist eine sehr schöne Anmerkung, dass Du das „an die Grenzen gehen“ vom Job auf den Sport verlagerst. Das habe ich auch durch (bin Dir ja ein paar Jahre voraus ;-)), und diese Entwicklung finde ich sowas von gesund! Und: Entgegen aller (zumindest meiner) Befürchtungen passiert da auch nichts Schlimmes, sondern die Umwelt akzeptiert es – muss sie ja. Man ist da schon selbst mehr am Pilotenhebel als man ab und zu meint (gilt zumindest für mich).
        Na dann lass krachen auf dem Rad und im Laufschuh ;-)

  4. Lieber Daniel, danke für diesen Artikel, soviel Ehrlichkeit und Tiefgang! Schön, dass man heute so etwas noch zu lesen bekommt.
    Nur so merkt man, was wirklich in dir vorgeht. Und das schon seit Wochen. Ja, Veränderungen sind unbequem. Man muss sich auf etwas neues einstellen, was man eventuell gar nicht will. Da bleibt nur die Hoffnung, dass die Veränderung auch Gutes mit sich bringt. In deinem Fall hat sie das. Yoga hat sich in deinen Alltag eingeschlichen. Durch deine Worte habe sogar ich wieder Lust darauf bekommen, Yoga zu machen.

    Jobmäßig sprichst du mir einfach auch der Seele. Die letzten Wochen waren einfach nur auslaugend. Ich verstehe sehr gut, was du damit meinst, wenn du sagst, es war keine Energie mehr da. Wenn so viel Energie in den Job fließt, bleibt keine mehr für den Sport. Selbst für den Blog nicht, denn man möchte abends nur noch eins: Ruhe. Keinen Bildschirm. Keine Aufregung.

    Als ich gestern zum ersten Mal wieder eine längere Strecke – mit vielen Unterbrechungen gelaufen bin, fühlte sich das befreiend an. Aber jetzt hab ich ja auch erstmal ne Woche Urlaub ;)

    Zu deinen Zielen für diesjahr kann ich dir nur raten: setze deine Vorhaben um. Cancel sie nicht, sondern gehe sie moderat an. Ja, ich kann bestätigen: auch im hinteren Feld eines Marathons kann man jede Menge Spaß haben. Und ich hatte trainiert. Das wäre an sich noch viel frustrierender als hätte ich gar nicht trainiert, aber shit happens. Tu es. Nach der Zeit kräht doch am Ende kein Hahn, aber die Erinnerung bleibt.

    Viel viel Glück für die weitere sportliche Zukunft. Vielleicht suchst du dir ja auch ein paar Veranstaltungen, bei denen Zeit keine Rolle spielt und die trotzdem eine Herausforderung sind ;)

    • Zeit spielt eigentlich nicht wirklich eine Rolle, auch wenn ich gerne etwas bestimmtes erreiche. Manchmal ist aber schon die Frage, komm ich ins Ziel und wie – der Ausgangspunkt etwas in Frage zu stellen.
      Letztlich trainiere ich aber nun auch schon mehrere Jahre recht erfolgreich Ausdauersport und kann … wie viele von uns … auch leiden, sonst wäre ich letztes Jahr in Berlin nicht im Ziel angekommen. Das ist die Basis und damit komme ich schon irgendwie durch.

      Die Ziele ohne Zeiten, die hatte ich dieses Jahr auch – aber leider opfert man so kleine private Spinnereien ja noch schneller als Dinge für die man angemeldet ist und für die man bezahlt hat. Die Liste ist aber im Kopf… und je länger ich darüber nachdenke um so mehr finde ich es schade, dass die kleinen Projekte nicht so klappen. Das gute ist aber, dazu brauche ich keine Anreise, kein Hotel und keine Startnummern, sondern nur ein paar Stunden Freizeit und passendes Wetter.
      Das Jahr ist eigentlich noch lang genug für viele Dinge … und wer weiß was am Ende von diesem Jahr übrig bleibt? Wie 2018 wird, ist für mich absolut offen … vielleicht fast WK frei? Vielleicht auch nicht? Es bleibt spannend.

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