Der 1.000 Höhenmeter Weg Pommelsbrunn – Trailrunners Paradise

Mit dem Marketing ist es so eine Sache, egal wie sehr man sich Mühe gibt, die Zweifel sitzen immer tief. Könnte ja sein, dass der Marketingtreibende, wie so viele vorher auch schon, total übertrieben hat. Als mündiger Medienkonsument ist man heute einfach kritisch.

Das gilt auch für den Outdoorbereich, vor allem bei Wettkämpfen hängt man gerne ein „-trail“ hinten dran, legt die Streckenführung über zwei Forstwege und 10 Meter durchs Unterholz und das soll dann hip sein.

Andererseits gibt es seit Jahren da draußen in unserem schönen Land aber Spezialisten, wie wissen was sie tun. Die unzähligen Vereine die wunderbare Wanderwege suchen, finden, markieren und pflegen. Bei meinem Laufabenteuer mit Flo entdeckten wir nicht nur ein Stück Heimat, sondern auch erstklassig markierte Wanderwege die durch einmalige Landschaften führen.

Nun habe ich den 1000-Höhenmeter-Rundwanderweg in Pommelsbrunn – in der Hersbrucker Schweiz – schon länger im Blick gehabt. Immerhin wird dort behauptet, der Wanderweg wäre entstanden um für Touren in den Alpen gewappnet zu sein. Da zog sich eine Augenbraue schon etwas nach oben. Ich war jetzt ja doch schon in den Bergen Trailrunnen und hab vorher hier trainiert, dabei hatte ich mir auch mächtig Mühe gegeben Höhenmeter zu finden, aber es war nicht so wirklich vergleichbar. Also dachte ich … bis heute.

Grundsätzlich will ich gar nicht so viele Worte verlieren, ich habe den Vatertag heute für einen Vatertags-Solo-Ausflüg am frühen Morgen genutzt. Um 5 aus dem Bett, Frühstück und gut eine Stunde Anfahrt. Danach ging es auf den 1000HMR. Man parkt am S-Bahn-Parkplatz in Pommelsbrunn und läuft zwei Schleifen. Ich habe mich für die Südschleife (eindeutig die mit den schöneren Ausblicken) und danach die Nordkette jeweils im Uhrzeigersinn entschieden. In diese Richtung sollen die Wege am besten markiert sein. Die Kombinationen sind aber beliebig möglich.

Dazwischen kommt man am Auto vorbei, dort gibt es auch einen Trinkbrunnen und ein Kneipbecken. Beiden Routen gemein ist übrigens, dass es – egal welche Route und welche Laufrichtung, direkt nach Verlassen von Pommelsbrunn ziemlich knackig nach oben geht.

Hier ein paar Bilder meiner Tour

Also, wie schon erwähnt. Es ging ziemlich schnell steil nach oben, was mich ob der morgendlichen Frühe etwas überfordert hat. Aber das hat sich dann zum Glück relativiert. Der Weg ist wirklich erstklassig markiert, vor allem die Südkette Uhrzeigersinn. Hier gibt es so gut wie keine Zweifel das man richtig ist.

Der Weg kombiniert flachere Verbindungsstücke mit knackigen Anstiegen, teilweise echt fies. Alpen-Qualität (wenn auch kürzer) ist hier möglich. Dazu gibt es wunderbare Ausblicke.

Nachdem ich mit dem Weg warm geworden bin und die Kohlehydrate vom Frühstück angekommen waren, lief es recht gut. Die Südkette habe ich meine Stöcke nur getragen, ging aber auch so. Durch die Vorbelastung der letzten Wochen war es schon etwas zäher, aber immer noch angenehm machbar. Dazu gibts natürlich immer was zu gucken.

Im letzten Teil der Südkette läuft man über eine ganz tolle Hochebene wieder runter ins Tal. Das fühlt sich an wie eine andere Welt. Tolle Ausblicke (u.a. auf die Nordroute) inklusive. Danach ziemlich steil wieder nach unten. Wasser auffüllen, durch den Ort laufen und dann geht es schon wieder fies nach oben Richtung Naturfreundehaus.

Die Nordroute ist etwas gemässigter wie ich finde. Die Höhenmeter konzentrieren sich auf weniger Anstiege, am höchsten Punkt gibts leider keine Aussicht, das wäre sicher super. Aber dennoch – der Aufstieg direkt nach Pommelsbrunn hat auch Bergfeeling. Oben angekommen verläuft der Weg sehr schön wellig und immer wieder gut laufbar.

Ähnlich wie auf der Südkette auch, lockt die Nordkette kurz vor Ende nochmals mit einem genialen Ausblick auf die Südroute, das Tal und die Hersbrucker Schweiz.

Nach einem knackigen Downhill spuckt einem der Wald ziemlich schnell wieder in Pommelsbrunn aus und das Abendteuer ist vorbei.

23km und ca. 1.000HM (bei mir waren es 996, bei anderen Tracks mit barometrischen Höhenmesser ähnlich – lt. GPX sind es eher 1.150) – schön anspruchsvoll und abwechslungsreich direkt vor der fränkischen Haustür.

Ich bin tatsächlich sehr begeistert. Das ganze hat mir gut gefallen und wer z.B. auf einen Lauf die den ZUT trainiert, der findet hier erstklassige Bedingungen. Logisch sind die Anstiege nicht so lange, aber dafür richtig knackig – die Be- und Entlastung ist gut aufeinander abgestimmt und für den Trailrunner ist alles dabei. Steinige Wege, Wurzeln, schmale Trails aber auch mal Überführungsstücke.

Super Sache, liebes 1000HMR Team – hat mir gut gefallen.

Posted in Trail and tagged , , , , , , , .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*